Zwischen Vintage-Charme, moderner Hardware und leistungsstarken Piano-Apps stellt sich eine überraschend aktuelle Frage: Lohnt sich ein Piano-Soundmodul überhaupt? Wir schauen uns sieben Piano-Soundmodule im Vergleich an.
Wer heute nach einem hochwertigen Klavierklang sucht, landet meist schnell bei Piano-Apps oder Software-Instrumenten. Ein iPad reicht inzwischen aus, um beeindruckend realistische Flügelklänge zu erzeugen – leistungsfähiger und günstiger als viele Hardware-Lösungen. Da stellt sich fast automatisch die Frage: Sind Piano-Soundmodule noch zeitgemäß?
Eine nicht gerade kleine Auswahl an Piano-Soundmodulen lässt aber auch fragen: Welches dieser Geräte klingt am besten? Diesen Fragen gehen wir gemeinsam mit Yacine Khorchi, Klavierlehrer bei der Online-Musikschule music2me, in unserem aktuellen Video-Test auf den Grund.

Die Preise variieren hier ebenso wie die Klangqualität. Daher sollte man im Auge behalten, ob es als Notlösung gut genug oder eben als Sound-Lieferant für den professionellen Einsatz live on Stage geeignet sein soll.
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Klein, handlich und praktisch als Klavier für die Hosentasche – das verspricht die Miditech Pianobox mini II. Dabei kann das kleine Modul sogar mehr als nur Piano-Sounds liefern. Was bei dem Preis nicht verwundert: Die Soundqualität ist kein Überflieger. So klingen die Pianos schon etwas drahtig. Aber für Pop-Piano-Begleitungen, wo es auf solistische Feinheiten nicht ankommt, eignet sich die Miditech Pianobox mini II durchaus.

Wer klanglich etwas mehr erwartet, sollte besser gleich die größere Pianobox von Miditech ansteuern. Der Pianoklang ist durchaus ansprechend, und die Polyfonie-Leistung ist zufriedenstellend. Wie bei der kleinen Pianobox ist auch hier eine USB-Host-Buchse eingebaut, sodass man ohne Adapter auch Masterkeyboards mit USB-to-Host direkt anschließen kann. Ansonsten ist auch eine MIDI-Buchse eingebaut.

Nicht nur in der Polyfonie-Leistung „state of the art“, sondern auch bei den Sound-Funktionen wie Saitenresonanz, Sustain-Pedal-Grabbing, Halbpedal etc. Entsprechend detailreicher und feinfühliger lassen sich die Piano-Sounds des V3 Sound Grand Piano Pro spielen. Die Qualität spürt man auch im Preis, der lediglich zum kleinen Plastikgehäuse nicht wirklich passt. Nichtsdestotrotz ist das V3 Sound Grand Piano Pro absolut handlich und daher leicht im Gepäck verstaut.

Ein weiterer Ableger von V3 Sound – diesmal aber nicht mit dem speziellen „Piano-Auftrag“, denn das V3 Sound Sonority Pro versteht sich als Universal-Soundmodul mit knapp 1.400 Sounds. Man bekommt eine riesige Sound-Library, die unter anderem auch wirklich gute Klavier- und E-Piano-Sounds bereit hält.

Konzipiert als zuverlässiger Begleiter für die Bühne überzeugt schon die robuste Verarbeitung von Gehäuse und Bedienelementen. Aber auch die Sounds können begeistern, wobei das Augenmerk nicht allein auf den Piano-Sounds liegt. Das MB Music PRO.MAX bringt viel Auswahl und Qualität mit.

Es ist nicht nur das teuerste Modul unseres Vergleichtests, es ist mit seinem Funktionsumfang auch das leistungsstärkste. Dabei stammt das VIVO SX-8 vom renommierten Digitalpiano-Hersteller Dexibell aus Italien, der auch in diesem Modul die True2Live-Klangerzeugung mit dem gesamten Simulationsumfang (Saitenresonanz, Key-Off-Effekt, Damper-Noise etc.) anbietet. Der Fokus liegt hier bei Piano & Orgel, aber auch Strings und Pads etc. sind am Start. Auch das Dexibell Modul überzeugt in puncto Fertigungsqualität – absolut: rock-solid.
Aber es gibt hier auch etwas Kritik: Vom Piano-Sound hätten wir speziell bei der Preisklasse mehr erwartet, aber das Modul fällt damit als Klavier-Expander nicht gleich durch. Über die Soundlibrary des Herstellers lassen sich die Sounds im Gerät nach Bedarf konfigurieren, das T2L-Edit ermöglicht die nuancierte Justage des Klangverhaltens, es gibt USB-Audio/MIDI. Außerdem das einzige Testgerät hier, das über eine umfangreiche Orgel-Modeling-Sektion verfügt.
Piano-Soundmodule haben eine lange Geschichte. In den 90er-Jahren galten sie als kleine Revolution: Ein komplettes Piano im kompakten Gehäuse, das sich an ein Masterkeyboard anschließen ließ. Damals der Traum vieler Keyboarder und Pianisten.
Heute sieht die Welt anders aus. Software wie Modartt Pianoteq läuft problemlos auf einem normalen Tablet, USB-MIDI hat die klassischen MIDI-Buchsen weitgehend verdrängt und viele Musiker haben ihre gesamte Klangbibliothek ohnehin digital dabei.
Trotzdem verschwinden Piano-Soundmodule nicht vom Markt. Im Gegenteil: Es gibt nach wie vor eine erstaunlich große Auswahl – vom günstigen Einsteigermodell bis zur professionellen High-End-Lösung.
Die spannendste Erkenntnis aus unserem Vergleich: Nicht immer entscheidet der Preis über den musikalischen Eindruck.
Natürlich unterscheiden sich die Geräte in Ausstattung, Verarbeitung und Funktionsumfang. Manche bieten hunderte Sounds, Displays und umfangreiche Einstellmöglichkeiten, andere konzentrieren sich bewusst auf wenige Bedienelemente und einen guten Klavierklang.
Doch am Ende zählt etwas anderes:
Gerade beim direkten Umschalten zwischen verschiedenen Modulen werden diese Unterschiede deutlich hörbar. Hier konzentrieren wir uns einzig auf den akustischen Klavierklang, da er thematisch einfach im Vordergrund steht. Man muss berücksichtigen, dass die teureren Modelle eine Menge mehr an Funktionalität sowie auch eine erweiterte Klangauswahl mitbringen.
Ihre Soundsets beinhalten viele brauchbare Sounds wie E-Piano-Klassiker, Strings, Pads & Co. Wer ein Soundmodul sucht, das nicht allein Piano-Solist sein darf, sollte unbedingt auch einen Blick auf diesen Teil der Ausstattung werfen. Das V3 Sonority Pro ist hier ein absoluter Tipp, aber auch das MB Audio Pro.Max und das Dexibell Vivo SX-8 können mit ihrer Sound-Library gefallen.

Besonders spannend wird es, wenn ein echtes Vintage-Modul aus den 90ern angeschlossen wird. Man könnte erwarten, dass ein über 30 Jahre altes Gerät heute hoffnungslos veraltet klingt. Tatsächlich überrascht das Kurzweil Micro-Piano mit einem erstaunlich musikalischen Sound, der auch heutigen Ohren noch gefällt.
Ein schönes Beispiel dafür, dass gute Klänge nicht automatisch altern – und dass Technikgeschichte manchmal erstaunlich modern wirkt. Das gilt freilich nur für den Klavierklang, denn im Vergleich darf man nicht aus dem Auge verlieren, dass die aktuellen Soundmodule viel nuancierter im Klangverhalten sind und auch noch viel mehr Sounds mitbringen.
Natürlich kommt irgendwann auch die Frage auf, die heute fast jeder Pianist stellt: Warum überhaupt noch Hardware kaufen, wenn ein Tablet ähnliche oder sogar bessere Klänge liefern kann?
Die Antwort fällt differenziert aus.
Software-Lösungen bieten heute ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und ermöglichen Klänge auf höchstem Niveau. Gleichzeitig schätzen viele Musiker an Hardware-Geräten ihre Zuverlässigkeit. Ein Piano-Soundmodul gilt gerade auf der Bühne als ausgesprochen robust. Dagegen ist ein iPad mit USB-Hub oder Camera Connection Kit doch etwas fragil. Ebenso ist die Verkabelung mit MIDI-Controller-Keyboard sowie Audio-Interface ein Thema für sich.
➡️ E-Piano an iPad anschließen

Manchmal möchte man auch das Beste aus beiden Welten. Genau hier punktet das Dexibell VIVO SX-8 mit seiner USB-Audio/MIDI-Funktion, über die Mobilgerät oder Audio-Computer via USB integriert werden können.
Piano-Soundmodule richten sich heute längst nicht mehr an jeden Musiker. Sie können eine interessante Lösung sein für:
Piano-Soundmodule sind heute eine Nische – aber eine durchaus spannende. Moderne Geräte zeigen, wie kompakt und vielseitig Hardware inzwischen geworden ist. Gleichzeitig beweisen alte Klassiker, dass guter Klang zeitlos sein kann.
Welche Modelle im direkten Hörvergleich überzeugen, welche Überraschungen der Vintage-Kandidat bereithält und warum am Ende nicht unbedingt das teuerste Gerät gewinnt, zeigt unser ausführlicher Videotest gemeinsam mit Yacine Khorchi von music2me.
Wer sich gerade mit dem Kauf eines Digitalpianos, Masterkeyboards oder einer neuen Klanglösung beschäftigt, sollte sich diesen Vergleich nicht entgehen lassen.
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