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20 Jahre Pianoteq – Give Away & Update von Modartt

20 Jahre Pianoteq
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Was geschieht, wenn ein Klaviertechniker zum Mathematikprofessor wird und versucht, das Klavier in Gleichungen zu beschreiben? Eine Pionierleistung, aber auch die Entwicklung eines außergewöhnlichen Software-Instruments, welches Klavier- und Aufnahmetechnik als spielbares physikalisches Modell zur Verfügung stellt. Heute feiern wir 20 Jahre Pianoteq!

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Klangerzeugungen auf Basis von Physical Modeling gibt es heutzutage schon einige. Einzigartig im Umfang und seinen Möglichkeiten ist dabei aber Pianoteq, denn es bietet eine flexible Klanggestaltung und zugleich die wohl größte Sammlung an Tasteninstrumenten – von Steinway & Sons, Blüthner, Bösendorfer, Shigeru Kawai u.v.a.m.

20 Jahre Pianoteq - Neues Instrument & Give Away

20 Jahre Pianoteq: Champagne & Give Away

Zur Feier des Tages lässt Modartt die Korken knallen. Um das Jubiläum mit allen Pianoteq-Usern zu feiern, gibt’s passend zur neusten Version 9.2.4. ein neues Instrument namens Champagne. Mehr ein Gag, aber eine originelle Idee: Die Instrument-Expansion macht Champagner-Gläser spielbar – und der Sequenzer spielt Happy Birthday damit.

Der Hersteller Modartt macht außerdem auf eine Give-Away-Aktion aufmerksam: Zum 20€-Gutschein gibt’s noch ein Pianoteq-Anniversary-T-Shirt dazu. Die T-Shirts sind allerdings auch als Merch käuflich zu erwerben.

➡️ Hier geht’s zur Pianoteq-Website.

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Mehr Informationen

Wann erschien Version 1?

Pianoteq erschien am 26.08.2006. Die Firma Modartt mit Sitz in Toulouse wurde gegründet von Philippe Guillaume und Julien Pommier , die man zu den wichtigsten Pionieren der Physical Modeling beim Einsatz von akustischen Tasteninstrumenten zählen darf. Im Video erzählen sie ihre Geschichte über die Entwicklung der Software.

Philippe Guillaume begann als Klaviertechniker, studierte und promovierte später dann in angewandter Mathematik und übernahm als Professor die Leitung des Mathematikbereichs am INSTA Toulouse. Guillaume war immer fasziniert von der Idee, ein Piano frei zu designen, möglichst auch über die Grenzen der Physik hinweg. Gemeinsam mit dem Mathematiker und Ingenieur Julien Pommier entwickelte er die Grundlagen zu Pianoteq.

Was ist so Besonders an Pianoteq?

Anstelle immer mehr Gigabytes an Samples anzusammeln, simuliert Pianoteq die Physik von Instrument und Akustik. Immer schon verfolgte Modartt einen ganzheitlichen Ansatz bei Pianoteq. Zunächst geht es freilich um ein optimales Spielgefühl des Pianos, aber ebenso um dessen klangliche Wahrnehmung. Alle Prozesse  – von der Intonation bis zur Recording-Technik – sollten dabei im Detail formbar sein. 

Das klingt schon mal genial, aber die Leistung von Modartt liegt auch darin, dass man als Musiker aus den Gestaltungsmöglichkeiten schöpfen kann – ohne das Spezialwissen eines Klaviertechnikers.

Sensationell, aber synthetischer Klang

Das Erscheinen der ersten Version vor 20 Jahren war schon eine kleine Sensation. Zwar gab es im Synthesizer-Bereich schon einige sehr erfolgreiche Instrumente, die Physical Modeling nutzten. So etwa der Yamaha VL-1 oder VL-7 (1994), Korg Prophecy und Korg Z1 (1995). Auch im Digitalpiano-Bereich gab es schon Hybrid-Ansätze. So kombinierte die italienische Marke GEM bei der Promega- sowie RealPiano-Serie die Sampling-Klangerzeugung mit einem physikalischem Modell zur Erzeugung von Saitenresonanzen ein.

Aber ein Software-Instrument, das den Klang eines Konzertflügels komplett per Physical Modeling erzeugen konnte – das war neu. So wie ich freuten sich damals viele über diesen Entwicklungsschritt, aber es gab auch kritische Stimmen: „Kühler, digitaler Sound“ bis hin zu „es klingt so furchtbar synthetisch“ waren die gängigen Statements.

Der technische Vorsprung von Pianoteq

Zugegeben – das erste Modell von Pianoteq klang synthetisch. Aber: Schon vor 20 Jahren war Modartt Pianoteq den gängigen Sampling-Instrumenten in drei Disziplinen haushoch überlegen (und ist es heute noch).

Flexibilität: Vielmehr als heute waren Sample-basierte Instrumente damals Presets, die kaum Möglichkeiten der klanglichen Anpassung boten. Nicht so bei Pianoteq, das schon immer Dinge wie Intonation, Obertonmix, Saitenlänge und -resonanzen und viele andere Details als einstellbare Klangvariablen bot.

Dynamik: Vor allem die hörbaren Dynamiksprünge, verursacht durch das Layern von Sampling-Ebenen, waren 2006 ein großes Manko bei eigentlich allen digitalen Pianoklängen. Diese Hürde konnte Pianoteq schon mit der Version 1 überwinden, denn es ermöglichte schon damals die hochauflösende Klangdynamik wie bei einem echten Instrument.

Speicherplatz: Anfang der 2000er Jahre war die Rechner-Technologie noch nicht so weit wie heute. Und jedes neue Software-Instrument war eine weitere Zerreißprobe für deinen Audio-Rechner. Vor allem Sampling-basierte Instrumente brauchten immer mehr teuren Massenspeicher und belasteten auch den Arbeitsspeicher des Rechners immens.

Pianoteq heute & morgen

Modartt Pianoteq beansprucht nur wenig Speicher und DSP-Leistung für sich – das gilt auch heute noch. Gesteigert wurde aber die klangliche Leistung des Software-Instruments mit jedem Update durch die stete Verbesserung der physikalischen Modelle.

Synthetisch klingt’s bei Pianoteq heute allenfalls dann, wenn man eines der Synthesizer-Instrumente spielt. Alle akustischen Instrumente – vom Glockenspiel bis zum Konzertflügel – klingen realistisch, warm, voll und immersiv.

Die ständige Optimierung der Pianoteq-Modelle darf man auch in Zukunft von Modartt erwarten. Denn im Youtube-Interview erzählt Philippe Guillaume, er spiele täglich mehrere Stunden mit Pianoteq und jede Kleinigkeit wäre für ihn sofort Anlass, die Technik hinter Pianoteq weiter zu verbessern.

Fazit: High-End Piano-Sound

20 Jahre Pianoteq zeigen den Verlauf einer faszinierenden technischen Entwicklung in der Computer-gestützten Simulation realer akustischer Zusammenhänge. Pianoteq ist aber auch ganz einfach ein tolles Software-Instrument, das pianistische Spielfreude vermittelt und gleichermaßen Recording-Profis begeistern kann.

Die PIANOO-Redaktion gratuliert zum Jubiläum – wir sind gespannt, wohin die Reise in den nächsten 20 Jahren gehen wird und sagen: Weiter so!



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