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Erfahre, welche Songs von The Weeknd sich besonders gut auf dem Piano spielen lassen, welche Geschichten hinter seinen Tracks stehen und warum Klavier & Vocals eine ganz eigene emotionale Wirkung entfalten.
Erfahre, welche Songs von The Weeknd sich besonders gut auf dem Piano spielen lassen, welche Geschichten hinter seinen Tracks stehen und warum Klavier & Vocals eine ganz eigene emotionale Wirkung entfalten.
The Weeknd, mit bürgerlichem Namen Abel Tesfaye, gehört heute zu den erfolgreichsten Künstlern der modernen Pop- und R&B-Szene und ist einer der Künstler, die man oft schon gehört hat, bevor man überhaupt weiß, dass die Songs von ihm sind. Mir ging es zumindest so. Erst mit der Zeit merkt man, wie viele bekannte Tracks eigentlich auf ihn zurückgehen und wie einzigartig sein Sound dabei ist.
Bekannt geworden ist er durch anonym veröffentlichte Songs auf YouTube, die schnell Aufmerksamkeit bekommen haben. Seitdem hat sich sein Stil weiterentwickelt, aber diese düstere, oft melancholische Grundstimmung ist geblieben. Seine Musik dreht sich häufig um Themen wie Ruhm, Einsamkeit, Exzess und Beziehungen, die selten wirklich gesund sind.
Gerade deshalb funktionieren viele seiner Songs auch überraschend gut auf dem Klavier, weil sich diese Emotionen oft auf wenige Akkorde und eine starke Melodie herunterbrechen lassen.
Bei dem ersten Song meiner Top 5 von The Weeknd spielt das Klavier eine zentrale Rolle, auch wenn im Original zusätzlich mit vielen Synth-Sounds gearbeitet wird, was typisch für The Weeknd ist. Gerade aber diese Mischung sorgt dafür, dass der Song gleichzeitig modern und sehr reduziert wirkt.
Auf dem Piano funktioniert der Track jedoch super für sich allein, weil die Akkorde die emotionale Grundlage komplett tragen.
Schon in den ersten Zeilen wird deutlich, wie persönlich der Song ist. „I helped you out of a broken place, you gave me comfort, but falling for you was my mistake” spricht The Weeknd sehr direct über eine vergangene Beziehung, die oft mit Selena Gomez in Verbindung gebracht wird. Er beschreibt, wie er für sie da war während ihrer Lupus-Erkrankung, ihr Halt gegeben hat und gleichzeitig merkt, dass genau diese Nähe für ihn zum Problem wurde.
Im weiteren Verlauf wird klar, dass er sie auf ein Podest gestellt hat. Der Titel „Call Out My Name“ wirkt dabei fast wie ein verzweifelter Versuch, doch noch gesehen zu werden. Er wartet darauf, dass sie sich für ihn entscheidet, dass sie bleibt – doch genau das Gegenteil trifft ein. Besonders stark finde ich in diesem Zusammenhang die Stelle, in der er sie bittet zu warten bis er sie nicht mehr liebt. Ziemlich ironisch und egoistisch.
Diese Mischung aus Hoffnung und Enttäuschung lässt sich beim Piano spielen sehr direkt umsetzen, weil die Piano Chords viel Raum lassen und nicht von komplexen Arrangements überdeckt werden.
Seinen emotionalen Höhepunkt erreicht der Song für mich bei der Zeile „I almost cut a piece of myself for your life“. Das ist höchstwahrscheinlich eine Anspielung auf die Nierentransplantation seiner Ex-Freundin während ihrer Beziehung. Spätestens hier wird klar, wie tief dieser Song geht. Es geht nicht nur um Herzschmerz, sondern um echte Opferbereitschaft, die im Nachhinein ins Leere läuft.
Gerade wenn man den Song auf dem Piano spielt, merkt man, wie stark die Zeile durch die reduzierte Begleitung wirkt, weil sich alles auf Stimme, Akkorde und Timing konzentriert. Ich finde der Song wirkt so weniger von großen musikalischen Wendungen, sondern davon, wie sich Emotion langsam aufbaut und entlädt.
Der 28. Song seines Albums Trilogy – deshalb auch der Titel Twenty Eight – beginnt ruhig und fast schon zurückhaltend, nimmt aber sehr schnell an Intensität zu. Bereits nach den ersten Sekunden fällt auf, wie sanft und verletzlich die Stimme von The Weeknd klingt. Man kann den Schmerz und die Enttäuschung in seiner Stimme fast schon raushören. Es ist definitiv kein aggressiver Einstieg, sondern eher ein leiser Moment, der sich langsam entfaltet.
Gerade diese Entwicklung macht den Song auch so interessant auf dem Piano zu spielen, weil sich die Spannung fast ausschließlich über die Akkorde und die Stimme aufbaut. In dem Cover von The Theorist ist das besonders gut zu hören.
Inhaltlich zeigt sich hier eine Seite von The Weeknd, die man so nicht erwartet. Während er in den meisten seiner älteren Songs davon singt, Frauen zu manipulieren oder auszunutzen, scheinen in Twenty Eight die Rollen vertauscht zu sein. Er wirkt reflektierter, fast schon bereuend, dass er diese Frau in sein Leben gelassen hat.
Zeilen wie „This house is not a home to you, but you decide to go ahead and lay down” machen direct deutlich, dass diese Person eigentlich keinen Platz in seinem Leben hat. Noch klarer wird das in “I’m so wrong to let you in my home”. Es ist, als würde er sich selbst dabei beobachten, wie er eine Entscheidung trifft, von der er ganz genau weiss, dass sie ihm nicht guttut.
Am Piano lässt sich genau diese Unsicherheit besonders gut nachzeichnen, weil die Piano Chords eher schlicht bleiben und dadurch mehr Raum für die Emotion im Gesang entsteht.
Im weiteren Verlauf stellt sich die Frage, warum die alles ihren Freunden erzählen musste. Diese Stelle wirkt durchaus zweideutig, denn sie kann einerseits auf die gemeinsame Zeit hindeuten, die sie mit ihm erlebt hat – etwas, das sie weitererzählt und wodurch plötzlich andere Menschen ebenfalls Zugang zu ihm suchen. Andererseits lässt sich das auch auf seinen wachsenden Ruhm beziehen. Eine ursprünglich kleine, intime Fanbase wird immer größer und öffnet ihn einer Öffentlichkeit, die ihn verletzlich macht.
Dieser Part passt auch sehr gut zum Musikvideo. Auf den ersten Blick wirkt es wie eine ästhetische Inszenierung von nackten Frauen, doch eigentlich zeigt es vor allem Gleichgültigkeit. The Weeknd scheint distanziert, fast schon leer. Weder Rum noch die Menschen um ihn herum führen ihn zum Glück.
Wenn man Twenty Eight selbst auf dem Piano spielt, merkt man schnell, dass der Song weniger von komplexen Strukturen lebt, sondern von der Atmosphäre, die durch Akkorde entsteht.
Machen wir direkt weiter mit ästhetisch tanzenden nackten Frauen J Es handelt sich um Earned it, der auch Teil des Soundstracks für den Erotikfilm Fifty Shades Of Grey ist. Zugegebenermaßen zeigt das Musikvideo viel Nacktheit, aber was soll man von einem Song für einen Erotikfilm auch erwarten 😉
Der Song gehört zu den bekanntesten Tracks von The Weeknd und zeigt eine ganz andere, fürsorgliche Seite von ihm. Direkt zu Beginn singt er „I’ma care for you“, was nicht seiner üblichen Attitude entspricht.
Im Großen und Ganzen erinnert der Song an eine Art Hymne an die Frau, der er begegnet ist. Im Film spiegelt sich das ebenfalls in der Beziehung der beiden Protagonisten wider. Er lobt sie, macht ihr Komplimente und wirkt fast schon überrascht von dem, was die Frau alles für ihn tut. Es ist nicht dieses typische Machtspiel, sondern eher ein Moment, in dem er sich darauf einlässt.
Diese Veränderung hört man auch am Piano, denn die Piano Chords wirken deutlich weicher und eleganter als in vielen seiner anderen Songs. Der leicht jazzige Sound gibt dem Song direkt eine entspannende, fast luxuriöse Atmosphäre. Die Akkorde bewegen sich nicht hektisch, sondern lassen sich Zeit und genau das macht den Track so einprägsam.
Beim Piano spielen merkt man schnell, dass hier weniger Dynamik im Vordergrund steht, sondern vielmehr ein kontrollierter, fließender Anschlag, der diesen sinnlichen Charakter unterstützt.
Fun Fact: Earned It wurde nicht nur ein riesiger kommerzieller Erfolg, sondern war auch für einen Oscar nominiert und gewann einen Grammy. Das zeigt, wie stark sich The Weeknd hier musikalisch von seinem sonst eher düsteren Sound abhebt.
Tatsächlich war dieser Song einer der ersten, die ich mit 12 Jahren von The Weeknd gehört habe. Das Lied hat mein Interesse geweckt und schnell hat sich herausgestellt, dass ich anscheinend schon länger seine Werke gehört habe ohne dabei zu wissen, dass sie von ihm waren. Aber an das Musikvideo und den Song kann ich mich noch sehr gut erinnern.
Die Nummer 4 ist so ziemlich mein Lieblingslied von The Weeknd. Ich finde es minimalistisch aber zugleich lyrisch so fesselnd. Die Melodie kommt besonders am Piano perfekt hervor. The Theorist schafft es mit seiner vorsichtigen Spielart Spannung aufzubauen, sodass man direkt von Anfang an mitfiebert und wissen will, was passiert als nächstes.
Gerade am Piano wirkt der Song fast noch intensiver, weil jede einzelne Note mehr Raum bekommt und diese dunkle, fast schon schwere Stimmung noch stärker zur Geltung kommt.
The Weeknd zeigt sich hier von seiner typischen Seite, für die er auch anfangs so bekannt war: Frauen, Drogen, Manipulation, Selbstzweifel und Sex. Der Song handelt höchstwahrscheinlich von einer Prostituierten, in die er sich verliebt, mit dem Wissen, dass aber alles kaputt gehen wird. Dafür betrügt er auch seine Freundin und prahlt damit, dass sie es nie erfahren wird („I left my girl back home, I don’t love her no more and she’ll never fucking know that“).
Diese Gleichgültigkeit hört man nicht nur im Text, sondern auch in der Art, wie die Piano Chords immer wieder gleichförmig wiederholt werden, fast schon wie ein Kreislauf, aus dem er nicht ausbrechen kann.
Die Situation tut ihm sichtlich nicht gut, da viel Alkohol und Drogen im Spiel sind („Bring the drugs baby (…) I could bring the drank“). Doch er kann nicht loslassen, da diese Konstellation ihm Selbstbewusstsein gibt („Get me off of this, I need confidence in myself“).
Wenn man Wicked Games selbst auf dem Piano spielt, merkt man schnell, dass der Song weniger Dynamik lebt, sondern von dieser konstanten, unterschwelligen Spannung, die sich durch die Akkorde zieht.
Beim Piano spielen geht es deshalb weniger darum, etwas „schön“ klingen zu lassen, sondern diese rohe, leicht kaputte Atmosphäre beizubehalten.
Der Song After Hours aus dem gleichnamigen Album beschreibt eine lange Phase im Leben von The Weeknd, die stark vom Ruhm, Geld und Exzessen geprägt ist. Viele Songs dieser Ära greifen Themen wie Sucht und Selbstüberschätzung auf. Auch hier spielt das eine Rolle, allerdings rückt der Fokus wieder stärker auf Herzschmerz. Diesen versucht er mit Substanzen und anderen Frauen zu betäuben, nur um im Traum wieder bei der Person zu landen, die er eigentlich vermisst („Different girls on the floor, distractin‘ my thoughts of you (…) Put myself to sleep just so I can get closer to you inside my dreams”).
Am Piano lässt sich diese Zerissenheit sehr gut darstellen, weil sich die ruhigen Passagen und die später einsetzende Intensität sehr deutlich voneinander abheben.
Nach einem sehr langen Instrumental folgt ein Moment, in dem der Song plötzlich „aufbricht“ und deutlich an Fahrt aufnimmt. Genau dieser Übergang wirkt fast wie ein emotionaler Umschwung, der sich über längere Zeit aufgestaut hat.
Im Piano Cover von The Theorist wird das noch einmal verstärkt, weil sich die Begleitung zu Beginn dichter anfühlt, fast so, als würde mehr passieren. Daher greift der Künstler zu einer dritten Hand, die ihn am Anfang unterstützt. Doch sobald der „Beatdrop“ einsetzt, verändert sich die Energie auf dem Piano komplett. Diesen Moment kann man besonders gut ausnutzen und Akkorde deutlich kraftvoller spielen und so diesen plötzlichen Umschwung spürbar zu machen.
Gerade durch die Piano Chords wird diese Mischung aus Reue, Sehnsucht und Selbstmitleid greifbar, weil die Musik hier nicht ablenkt, sondern die Emotion direkt trägt.
Als cherry on top will ich noch auf das populärste Lied von The Weeknd eingehen. Es handelt sich um Blinding Lights, das vor einigen Jahren rauf und runter im Radio lief. Es ist im Kontrast zu den typischen The Weeknd Songs ein eher poppiger und heller Song, der vor allem von seinem 80er Jahre Synth-Sound lebt.
Gerade dieser Synth-Sound ist eigentlich das prägende Element des Songs, was es umso interessanter macht, in auf das Piano zu übertragen. Mir persönlich gibt es bereits in den ersten Sekunden sehr gute Laune. Zu dem Song will man am liebsten tanzend durch die Straßen laufen – genauso wie es The Weeknd in seinem Musikvideo tut.
Wenn man die Lyrics des Songs betrachtet, kann man so gut wie alles direkt nehmen. The Weeknd singt davon, wie er in der Nacht eine Person sehen möchte und so unter Drogen steht, dass er während der Autofahrt von der Straßenbeleuchtung geblendet wird. Aber es hindert ihn trotzdem nichts daran diese Person zu sehen, da er sich so einsam fühlt.
Diese Mischung aus Euphorie und Einsamkeit lässt sich beim Piano spielen überraschend gut darstellen, weil die Akkorde konstant weiterlaufen, während die Melodie fast schon schwerelos darüber liegt.
Gerade das macht Blinding Lights zu einem perfekten Song für das Klavier, weil man mit relativ einfachen Piano Chords eine große Wirkung erzielen kann und der Song sofort wiedererkennbar bleibt.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich ihn ans Ende gesetzt habe. Nach all den düsteren, emotionalen und teilweise schweren Songs wirkt Blinding Lights fast wie ein Befreiungsschlag. Beim Spielen auf dem Klavier fühlt sich der Song weniger wie ein melancholischer Rückblick an, sondern eher wie ein Moment im Hier und Jetzt.
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