Entspannt Klavier spielen: Locker ein Stück spielen oder irgendetwas improvisiert raushauen. Einfach so. Mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit. Ist das wirklich einfach so? In der Regel: Nein. Dieses Ziel ist ohne Übung kaum zu erreichen. Aber die gute Nachricht: Man kann es lernen! Erfahre hier, wie du die richtige Balance aus Üben und freiem Spiel findest, um schöne Flow-Momente am Klavier zu erleben.
Einfach für eine Weile den Alltag hinter sich lassen, zur Ruhe kommen und ganz entspannt Klavier spielen, als würde die Musik aus einem herausfließen. Nicht immer stellt sich dieses Gefühl automatisch ein. Denn zu schwierige Stücke, hohe Erwartungen und selbst die Spielhaltung können aus dem entspannten Musizieren eine anstrengende Übungseinheit machen.
Dabei geht es nicht darum, ausschließlich einfache Stücke zu spielen. Vielmehr kommt es darauf an, die richtige Balance zwischen Konzentration und Gelassenheit zu finden.
Wir schauen uns hier an, welche Übestrategien helfen können und welche Musik geeignet ist, damit das Klavierspielen zu einer echten Auszeit wird.

Tipp #1: Ein angestrengt gespieltes Klavierstück hört sich genauso an: angestrengt, krampfig. Außerdem benötigt es unnötig viel Kraft, wenn man mit dieser Anspannung spielt. Hände, Arme und Schultern werden steif und Bewegungen fallen schwerer.
Tipp #2: Ebenso solltest du ein Klavierstück nicht auf die technisch fehlerfreie Darbietung reduzieren. Was du suchst, ist Klavier spielen & Entspannung – keine Außenwirkung. Es geht erst einmal nur um das, was bei dir abgeht, wenn du spielst – das ist ein himmelweiter Unterschied.
Tipp #3: Klavier üben und entspannt Klavier spielen? Das sollte kein Gegensatz sein. Leg’ unbedingt eine Pause ein, sobald sich etwas krampfig anfühlt. Ein neues Stück einzustudieren, braucht Konzentration – und die Entspannung ist umso nachhaltiger, wenn du richtig übst.
Viele verbinden Üben mit Wiederholung: Sie spielen immer das ganze Stück bis zu der schwierigen Stelle, um dort wieder und wieder zu scheitern. Das kann erfolgreich sein, ist aber nicht unbedingt die effektivste oder entspannteste Methode.
Besser ist es, aufmerksam und gezielt zu üben.
Einer der wichtigsten Tipps für entspanntes Klavierspielen lautet: Spiele schwierige Passagen zunächst deutlich langsamer!
Beobachte selber, wie dein Körper reagiert, wenn du mit zu hohem Tempo übst! Fehlende Sicherheit gleichen viele mit zusätzlicher Muskelspannung aus. Die Schultern ziehen nach oben, die Arme und Finger werden steif, Fehler häufen sich. Stress und Frust sind das Ergebnis.
Gib’ deinem Gehirn und den Händen die Zeit, Bewegungsabläufe zu verinnerlichen. Spiele bei langsamem Tempo! Es geht nicht um das Schnellspielen. Nicht die Töne, Noten und Spielanweisungen soll dein Körper aufnehmen, sondern das Gefühl, bewusst mit Ruhe zu spielen.
Tipp: Ein Metronom kann dabei helfen – allerdings sollte es nicht unnötig zum Stressfaktor werden. Es dient als Orientierung, nicht als Maßstab.
Du musst ein Musikstück nicht bei jedem Übedurchgang von Anfang bis Ende spielen. Sinnvoller ist es, einzelne Stellen gezielt herauszugreifen. Das können zwei Takte sein, ein schwieriger Akkordwechsel oder sogar nur wenige Töne.
Spiele die Passage langsam und beobachte deine Bewegungen. Sind die Schultern entspannt? Bleiben Handgelenk und Arme beweglich? Benötigst du tatsächlich so viel Kraft wie du sie gerade hineingibst?
Sobald die Stelle sicher funktioniert, kannst du sie wieder in einen größeren musikalischen Zusammenhang integrieren. Beginne das Stück aber nicht gleich von vorn, sondern vergrößere einfach den Bereich um die schwierige Stelle: Beginne ein paar Takte weiter davor und setze fort bis zum übernächsten Taktende danach.
Eine lange Übeeinheit ist nicht automatisch besser als eine kurze. Gerade wenn du beim Klavierspielen Entspannung suchst, können 15 bis 30 konzentrierte Minuten wertvoller sein als eine längeren Session, in der die Konzentration zunehmend nachlässt.
Du wirst sehen: Die Entspannung bleibt – nicht nur beim nächsten Üben, sondern vor allem auch nach jeder Übeeinheit. Kurze Pausen helfen zusätzlich. Steh zwischendurch auf, bewege Arme und Schultern und gönne deinem Körper eine Pause.
Auch hier muss man lernen, auf sich selber zu achten. Überprüfe immer kritisch deine Sitzposition und Spielhaltung! Gerade beim längeren Üben stellen sich heimlich Fehlhaltungen ein – die häufigste Ursache für unnötige Anspannung beim Klavierspielen.
➡️ Schau dir zu dem Thema Spielhaltung und Sitzposition auch unsere Tutorials auf PIANOO.de an!

Neben der rein spieltechnischen Betrachtung der Sitzhaltung gibt es dann noch die persönliche Haltung, wie du generell mit Fehlern umgehst.
Fehler zu machen, gehört beim Üben und Spielen dazu. Wer sich über jeden Fehler ärgert, erzeugt schnell zusätzlichen Druck.
Ein falscher Ton ist zunächst einmal nur ein falscher Ton. Er sagt nichts darüber aus, ob du musikalisch bist oder „gut Klavier spielen“ kannst. Ein Fehler, besonders wenn er immer wieder geschieht, ist eine hilfreiche Information.
Tipp: Stures Einpauken bringt’s einfach gar nicht. Versuche stattdessen herauszufinden, warum die Stelle nicht funktioniert hat. Die üblichen Verdächtigen dabei sind: Tempo und Fingersatz.
Ein überraschend häufiger Grund für Anspannung ist die Atmung. Bei schwierigen Passagen halten manche Menschen unbewusst die Luft an.
Deshalb kann es helfen, während des Spielens gelegentlich bewusst auf die Atmung zu achten. Atmest du ruhig weiter oder spannst du den gesamten Oberkörper an, sobald eine schwierige Stelle kommt?
Eine ruhige Atmung kann dabei helfen, körperliche Spannung wahrzunehmen und wieder loszulassen.
Tipp: Egal, ob vor dem Üben oder einem Vorspiel: Nimm dir vor dem ersten Ton einige Sekunden Zeit. Langsam und bewusst durch die Nase ein- und durch den Mund ausatmen, die Schultern senken sich, Hände locker (aber bewusst) auf die Tasten legen – und dann beginnen.
Es ist nicht die Frage, ob du entspannt Klavier spielen kannst. Es geht erstmal darum, herauszufinden, wie sich das anfühlt und wie du dahin kommen kannst. Was du suchst ist der Mix aus relaxter Haltung mit dem Fokus allein auf die Musik. Nichts anderes zählt, nur der Moment.

Es ist nicht erforderlich, ein komplettes Stück zu spielen. Eine bestimmte Passage, die du gut beherrschst, reicht schon. Oder eine Akkordfolge, die du schön findest – wiederhole die einfach und vielleicht improvisierst du damit etwas herum.
Tipp: Konzentriere dich auf den Klang. Sei die Musik noch so minimalistisch, lass die Töne fließen. Führt dich das in eher ruhiges Terrain, dann lass es einfach geschehen. Verspürst du, dass es lauter und intensiver werden soll? Auch gut – folge dem Gefühl und du wirst auch so in den Flow kommen. Wichtig ist, dass es dir guttut.
Diese Frage ist kaum pauschal zu beantworten – zu unterschiedlich und individuell sind musikalische Präferenzen. Manche suchen in der Ruhe die Kraft, wie man so schön sagt, andere würden lieber richtig laut in die Tasten hauen.
Das wichtigste Kriterium lautet daher: Das Stück sollte nicht nur deinen Geschmack treffen, sondern zu deinem aktuellen Spielniveau passen. Nicht zu schwierig also.
Tipp: Wer ausschließlich Stücke spielt, die technisch an der persönlichen Leistungsgrenze liegen, befindet sich permanent im Lernmodus. Das kann spannend sein, ist aber selten entspannend.
Langsame, melodische Stücke eignen sich besonders gut, wenn das Klavierspielen bewusst der Entspannung dienen soll. Dabei kann es sich beispielsweise um ruhige klassische Klavierstücke, Filmmusik, Balladen oder moderne Piano-Musik handeln.
Auch minimalistische Musik kann angenehm sein. Wiederkehrende Akkordfolgen und einfache rhythmische Muster ermöglichen es, sich stärker auf Klang, Dynamik und Ausdruck zu konzentrieren.
Ein Klavierstück, dass für mich immer wieder Entspannung bringt, ist das Stück Hibari von Ryuichi Sakamoto. Es ist auf dem Album Out Of Noise erschienen und wird im weiteren Verlauf nach der Phasing-Methode (Steve Reich) von einem zweiten Klavier überlagert. Und zwar zeitlich versetzt – damit ist es tatsächlich auf eine spezielle Art meditativ. Aber in der Praxis kaum spielbar. Ich wiederhole einfach die beiden Motive des Themas und improvisiere damit.
Es gibt noch viele andere tolle Klavierstücke von Ryuichi Sakamoto, die wie Hibari voller Schönheit sind und sehr entspannend sein können beim Nachspielen. Empfehlen kann ich die beiden Alben Playing The Piano mit vielen seiner berühmten Filmmusiken, die er selber eingespielt hat. Meine Lieblingsstücke von ihm sind z.B. Merry Christmas Mr. Lawrence, A Flower is not a Flower, Andata, Bibo no Aozora.
➡️ Hier findest du das gesamte Album Playing The Piano von Ryuichi Sakamoto als YouTube-Playlist.

Von vielen wird die Neoklassik kategorisch als einfach eingestuft – was genauso wenig zutreffend ist wie für die Klavierstücke von Erik Satie. Jede Musik hat ihr spezielles Element. Selbst die einfachsten Stücke von Erik Satie sind eben nicht einfach, wenn man sie richtig spielen will.

Wenn du Spielstücke suchst, die einfach, aber geschmackvoll arrangiert sind, dann könnten diese beiden Notenbücher vom Artist-Ahead-Verlag für dich interessant sein: Klavier Horizonte und Amélies Klavierbüchlein.
Leichte, aber geschmackvolle Spielstücke für Einsteiger zugänglich arrangiert. Eine stilistisch flexibel aufgestellte Sammlung an Stücken, wo einzelne Passagen immer wieder auch zum Improvisieren mit musikalischen Motiven motivieren.
Titel: Klavier Horizonte (Band 1)
Autor: Mathias Kreft
Verlag: Artist Ahead
Web-Link: www.artist-ahead.de/p/klavier-horizonte-band-1
Die Stücke sind nah an Yann Tiersens Filmmusik zu „Die fabelhafte Welt der Amélie“ komponiert. Wirklich schöne romantische Stücke, die leicht zugänglich sind und die man gerne spielt.
Titel: Amélies Klavierbüchlein
Autor: Valenthin Engel
Verlag: Artist Ahead
Web-Link: www.artist-ahead.de/p/amelies-klavierbuechlein
Locker und frei Klavier spielen – um in diese Flow-Momente zu kommen, muss man vorher geübt haben. Wer das nicht berücksichtigt, wird sich immer wieder ärgern, dass es gerade nicht so läuft. Und genau dieser Gedanke ist der Flow-Killer schlechthin.
Tipp: Spiele regelmäßig Musik, die du bereits gut beherrschst. Ein vertrautes Lieblingsstück kann genau das ermöglichen, was beim Erlernen schwieriger Musik manchmal verloren geht: Einfach Klavier spielen und die Musik genießen.
Nimm dir die Zeit, am Ende einer Übeeinheit ein vertrautes Stück zu spielen, ohne einzelne Takte zu analysieren oder Fehler korrigieren zu wollen. Spiel nicht zu schnell, aber auch nicht gezwungen langsam (das wäre wieder eine Übung).
Entspannt Klavier spielen muss nicht immer bedeuten, nach Noten zu spielen.
Man kann auch mit einer Akkordfolge oder einer kleinen Passage aus einem Stück improvisieren. Ich mache das sehr gerne z.B. mit dem oben genannten Stück Hibari von Ryuichi Sakamoto. Dabei gibt es keine „falschen“ Noten im klassischen Sinne – ich kann ausprobieren, zuhören und reagieren. Tempo, Timing, Harmoniefolgen – alles nur Variablen.

Manchmal liegt das Problem nicht in der Musik selbst, sondern in unseren Erwartungen ans eigene Spielniveau. Welches sind also die Dinge, die uns davon abhalten, diese schönen Flow-Momente beim Klavierspielen zu erleben? Einen Flow-Killer haben wir weiter oben schon identifiziert: Zu wenig und/oder unregelmäßiges Üben. Damit wäre die Ursache benannt, was uns dann aber vom entspannten und flüssigen Spielen abhält, sind die daraus entstehenden Gedanken:
„Das müsste ich doch längst können“ oder „Das hatte ich doch schon drauf!“ Diese Gedanken dürften vielen bekannt vorkommen. Doch musikalisches Lernen verläuft selten linear. Manche Dinge funktionieren sofort, andere benötigen Wochen oder Monate.
Tipp: Mach’ aus dem Klavier kein Leistungsprojekt! Ersetze „Ich möchte dieses Stück endlich können“ gegen: „Heute möchte ich die ersten acht Takte langsam und locker spielen.“ Das ist überschaubar und wird dich weiterbringen.
„Wow – das will ich auch so spielen können“ – Videos in sozialen Netzwerken können inspirieren – sie können aber auch falsche Maßstäbe setzen. Dort sehen wir häufig das fertige Ergebnis, nicht die vielen Stunden, Wochen oder Jahre, die man davor mit Lernen und Üben verbracht hat.
Tipp: Vergleiche deinen Fortschritt lieber mit deinem eigenen Spiel vor einigen Wochen oder Monaten.
Smartphone, Emails, Chats und Benachrichtigungen – gönn‘ dir eine Pause davon, wenn du Klavier spielen oder üben willst.
Tipp: Klavierüben ist Me-Time! Schaffe dir dafür einen kleinen geschützten (Zeit-)Raum. Das Smartphone kann für einige Minuten lautlos bleiben. Noten, Bleistift und eventuell ein Getränk liegen bereit – mehr brauchst du jetzt nicht. So entsteht ein kleines Ritual: Jetzt ist Zeit für Musik.
Musizieren darf anstrengend sein, sollte aber nicht dauerhaft Schmerzen verursachen. Schmerzen in Händen, Handgelenken, Armen, Schultern oder Rücken sollten nicht einfach „weggespielt“ werden.
Tipp: Pausen einlegen! Es ist sinnvoll, das Spielen zu unterbrechen und Haltung sowie Spieltechnik zu überprüfen.
Einer der schönsten Aspekte des Klaviers ist, dass das Instrument unsere volle Aufmerksamkeit beanspruchen kann. Wir lesen Noten oder erinnern uns an Melodien, koordinieren beide Hände, hören auf den Klang und gestalten gleichzeitig Rhythmus und Dynamik.
Für Alltagsgedanken bleibt dabei manchmal erstaunlich wenig Platz. Genau deshalb empfinden viele Menschen das Klavierspielen als entspannend. Es bietet die Möglichkeit, sich für einige Minuten auf eine einzige Tätigkeit zu konzentrieren.
Dabei muss kein perfektes Ergebnis entstehen. Vielleicht spielst du nach einem langen Arbeitstag nur zehn Minuten. Vielleicht wiederholst du ein bekanntes Stück. Vielleicht improvisierst du einfach einige Akkorde. Auch das ist Klavierspielen.
Wenn du mehr Ruhe in deine Übezeit bringen möchtest, kannst du eine kleine Routine ausprobieren.
Eine solche Routine verbindet konzentriertes Lernen mit einem positiven Abschluss – und kann dazu beitragen, dass du dich gerne wieder ans Instrument setzt.
Wer entspannt Klavier spielen möchte, braucht weder eine besondere Begabung noch ausschließlich leichte Musik. Viel wichtiger ist ein bewusster Umgang mit dem eigenen Körper, den persönlichen Erwartungen und der Art des Übens.
Übe langsam und gezielt, gönne dir Pausen und wähle Musik, die zu deinem Spielniveau passt. Achte auf eine natürliche Haltung und darauf, unnötige Muskelspannung wieder loszulassen. Und vor allem: Erlaube dir regelmäßig, Musik zu spielen, ohne daraus eine Leistungsaufgabe zu machen.
Denn Fortschritt am Klavier entsteht nicht nur dadurch, dass wir schwierigere Stücke bewältigen. Er zeigt sich auch darin, dass Bewegungen leichter werden, wir bewusster zuhören und uns am Instrument zunehmend wohlfühlen.
Dann kann aus dem täglichen Klavierüben etwas werden, auf das man sich freut: ein Moment der Konzentration, der Musik und der Ruhe.
Die folgenden Fragen und Antworten ergänzen den Artikel um konkrete Tipps für den Alltag am Klavier. Sie eignen sich zugleich dazu, typische Fragen rund um entspanntes Klavierspielen, richtiges Üben, geeignete Klaviermusik und eine lockere Spieltechnik zu beantworten.
Achte zunächst weniger auf perfekte Töne und stärker auf dein Körpergefühl. Sind die Schultern locker? Atmest du ruhig? Fühlen sich Hände und Arme beweglich an? Spiele schwierige Passagen bewusst langsamer und überprüfe zwischendurch deine Haltung. Häufig entsteht Anspannung, weil das gewählte Tempo noch zu hoch ist oder wir unbedingt fehlerfrei spielen möchten.
Regelmäßiges Üben ist wichtiger als sporadisch lange Klavier zu üben. Die ideale Übezeit hängt von deinem Spielniveau, deinen Zielen und deinem Alltag ab. Für viele Hobbypianistinnen und -pianisten sind 20 bis 30 Minuten konzentriertes Üben sinnvoll.
Verkrampfte Hände entstehen häufig durch unnötig hohen Kraftaufwand und vor allem durch das ständige Wiederholen schwieriger Passagen. Reduziere zunächst das Tempo und spiele die betreffende Passage sehr langsam. Kontrolliere deine Spieltechnik: Nach einem Anschlag sollte nicht benötigte Muskelspannung gleich wieder gelöst werden. Nach dem Anschlagen der Töne nicht mit Kraft „in den Tasten hängenbleiben“.
Wähle dafür solche Stücke, die technisch etwas unterhalb deiner aktuellen Leistungsgrenze liegen. Ruhige klassische Stücke, Balladen, Filmmusik, minimalistische Piano-Musik aus der Neoklassik oder einfache Arrangements bekannter Songs können eine gute Wahl sein. Entscheidend ist weniger die Stilrichtung als die Frage, ob du dich beim Spielen wohlfühlst. Ein Stück, das du liebst und bereits gut beherrschst, kann besonders entspannend sein.
Nein. Ein Metronom ist ein hilfreiches Werkzeug, aber kein Muss für jede Übephase. Es eignet sich beispielsweise, um ein gleichmäßiges Tempo zu entwickeln, es kann aber stressig wirken.
Schwierige Passagen verlangen mehr Aufmerksamkeit und motorische Kontrolle. Viele Spielerinnen und Spieler reagieren darauf unbewusst mit zusätzlicher Muskelspannung – beispielsweise durch hochgezogene Schultern, einen steifen Nacken oder verkrampfte Hände.
Regelmäßigkeit ist beim Klavierlernen und -üben das Beste, was du machen kannst. Das bedeutet aber nicht, dass du jeden Tag eine lange Übeeinheit absolvieren musst. 10-20 konzentrierte Minuten können sinnvoller sein als eine Stunde Üben ohne Motivation. Ein freier Tag ist ebenfalls kein Problem. Entscheidend ist, dass Klavierspielen langfristig zu einer positiven Gewohnheit wird und nicht zu einer täglichen Pflicht, die zusätzlichen Stress erzeugt.
Gerade wenn du entspannt Klavier spielen möchtest, solltest du nicht über Fehler nachdenken. Lass es zu, ebenso Temposchwankungen und nicht perfekt gespielte Passagen. Wähle ein vertrautes Stück und spiele es, ohne dich wegen jedes falschen Tons zu unterbrechen. Das fördert Spielfluss und musikalische Sicherheit.
Ja. Improvisation kann eine wunderbare Möglichkeit sein, sich vom Gedanken an „richtige“ und „falsche“ Töne zu lösen. Du musst dabei nichts beweisen und kein fertiges Musikstück produzieren. Höre einfach darauf, welche Klänge dir gefallen, und entwickle daraus deine eigene Musik. Eine Orientierung – gerade beim Thema Klavier & Entspannung – können die Ambient-Alben von Brian Eno sein: Music For Airports z.B oder The Pearl, um ein Klavier-basiertes Ambient-Album zu nennen.
Dann solltest du deine Überoutine und ggfls. deine Ziele überprüfen und verändern. Manchmal hilft auch eine kurze Pause vom strukturierten Üben. Schließlich soll das Klavier nicht nur ein Instrument für musikalischen Fortschritt sein, sondern auch ein Ort, an dem du gerne Zeit verbringst.
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