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Die 5 wichtigsten Fakten zu Vorzeichen

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Jeder Klavierschüler sollte die 5 wichtigsten Fakten zu Vorzeichen kennen. Denn immer wieder wird im Unterricht zu Recht die Frage nach dem Sinn der Vorzeichen in der Musik gestellt. Zugegeben: Ohne Kreuze und Co. wäre das Notenlesen durchaus leichter. Und so verlockend die Vorstellung einer vorzeichenfreien Notation auch sein mag, kommen nur die wenigsten Klavierstücke ganz ohne sie aus, denn diese sind ein wesentlicher Bestandteil der Musik.

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In der Regel werden nur Einsteiger die erste Zeit geschont und spielen deshalb fast ausschließlich Stücke ohne Vorzeichen. Irgendwann sind sie dann aber unvermeidbar, deshalb werden wir uns wohl an sie gewöhnen müssen. Allerdings gibt es auch eine gute Nachricht. Sobald du nämlich die wichtigsten Fakten zu Vorzeichen kennst, verlieren sie ihren Schrecken und ab dann wird dir der Umgang mit ihnen wesentlich leichter fallen. Welche Vorzeichen es gibt, wie sie heißen und wofür man sie einsetzt, erfährst du jetzt.

#1 Warum gibt es Vorzeichen?

Das westliche Musiksystem basiert auf der chromatischen Tonleiter und besteht damit aus den 12 Tönen C-Cis/Des-D-Dis/Es-E-F-Fis/Ges-G-Gis/As-A-Ais/B-H. In den Noten können wir über die Linien und Zwischenräume aber nur die sieben Töne C-D-E-F-G-A-H darstellen. Um nun doch alle 12 Töne notieren und damit auch die schwarzen Tasten des Klaviers in den Notentext mit einbeziehen zu können, müssen wir die Stammtöne alterieren und genau das geschieht über die verschiedenen Vorzeichen.

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Um alle Töne des Klaviers notieren zu können, brauchen wir Vorzeichen.

#2 Vorzeichen in Theorie und Praxis

Die strenge Musiktheorie kennt zwei Einsatzgebiete von Vorzeichen und ordnet ihnen deshalb unterschiedliche Begriffe zu. Steht ein solches Zeichen im laufenden Text direkt vor einer Note, kommt oft der Begriff Versetzungszeichen zum Einsatz. In dieser Situation wird nur die gekennzeichnete Note verändert und auch nur bis zum nächsten Taktstrich. Der Begriff Vorzeichen wird im Schulbuch dagegen nur dann genutzt, wenn dieses am Anfang eines Systems steht und so für die ganze Zeile gilt.

In einer Klassenarbeit zu diesem Thema wird der Lehrer wahrscheinlich beide Begriffe hören wollen, in der professionellen Kommunikation des musikalischen Alltags findet diese Trennung in der Regel allerdings nicht statt. Hier werden beide Funktionen der Einfachheit halber mit dem Begriff Vorzeichen versehen. Die fehlende Trennung macht auch deshalb Sinn, weil in beiden Situationen die gleichen Zeichen genutzt werden und diese in beiden Fällen vor etwas stehen, bzw. Töne durch sie versetzt werden.

Die Theorie trennt Vor- und Versetzungszeichen, in der Demokratie des musikalischen Alltags sind aber alle Vorzeichen gleich.

#3 Welche Vorzeichen gibt es?

Töne können erhöht und erniedrigt werden. Soll ein Ton einen Halbtonschritt erhöht werden, schreiben wir ein Kreuz davor. Zur Kenntlichmachung wird an den Tonnamen dann die Silbe is angehängt. Soll er dagegen um einen Halbton erniedrigt werden, muss ein b davor geschrieben werden. Dann kommt grundsätzlich die Endung es dazu, nur das H ist ein Sonderfall und wird zum Ton B. Das Rückgängigmachen sowohl der Erhöhung als auch der Erniedrigung geschieht über das Auflösungszeichen, dieser Vorgang ist aber immer nur im gleichen Takt nötig!

Alle Vorzeichen des laufenden Notentexts verlieren ihre Wirkung nämlich grundsätzlich am nächsten Taktstrich. Trotzdem findet man in modernen Klaviernoten im Folgetakt immer wieder Auflösungen, die sich auf Vorzeichen des Vortakts beziehen. Das ist natürlich verwirrend, weil im fraglichen Takt ja gar keine Versetzungszeichen notiert wurden. Siehst du also ein Auflösungszeichen, das scheinbar keinen Sinn ergibt, hast du mit hoher Wahrscheinlichkeit im Takt davor ein Vorzeichen auf der gleichen Tonhöhe und kannst das Auflösungszeichen somit ignorieren.

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Um die Stammtöne in ihrer Tonhöhe zu verändern stehen Kreuz, B und Auflösungszeichen zur Verfügung.

#4 Die Doppelvorzeichen

Wir können einen Ton aber auch direkt um zwei Halbtonschritte, bzw. einen Ganztonschritt, alterieren. Das ermöglicht die Notation über die Doppelvorzeichen. In modernen Noten wird das Doppelkreuz wie der Buchstabe X dargestellt und ersetzt zwei einzelne Kreuze. Beim Tonnamen folgt man strikt dem System der Einzelvorzeichen und hängt einfach zwei Endungen an, der Ton G wird durch ein Doppelkreuz also zu Gisis.

Beim Doppel-B gibt es dagegen kein eigenes Zeichen, hier schreibt man einfach zwei einzelne Bs hintereinander. In manchen Noten werden die beiden Einzelvorzeichen leicht versetzt gedruckt, sodass sie ineinander greifen. Analog zum einzelnen B wird an den Tonnamen grundsätzlich die Doppelendung es angehängt, aus G wird also Geses. Auch hier stellt der Ton B eine Ausnahme dar, denn der besinnt sich durch ein Doppel-B auf seinen unalterierten Namen und wird tatsächlich zu Heses.

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Doppelvorzeichen erhöhen einen Ton um zwei Halbtonschritte.

#5 Was ist beim Auflösen von Doppelvorzeichen zu beachten?

Zum Schluss wird es nun noch ein wenig kompliziert. Kommt nach einem Doppelvorzeichen ein Auflösungszeichen zum Einsatz, löst dieses in einem solchen Fall gleich beide Einzelvorzeichen zusammen auf. So wird aus einem Gisis also wieder ein G. Möchte man vom Gisis aber zum Ton Gis, bleibt nur, direkt nach dem Auflösungszeichen wieder ein einfaches Kreuz zu schreiben.

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Bezieht sich ein Auflösungszeichen auf ein Doppelvorzeichen, wird dieses komplett aufgelöst, sodass der Ton zu seinem ursprünglichen Zustand zurückkehrt.
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