Neben den Tönen 1, 3, und 5 kommt bei einem vierstimmigen Akkord in der Regel noch der siebte Ton der jeweiligen Tonleiter dazu.
Da es das Intervall Septime groß und klein gibt, können auch vierstimmige Akkorde große und kleine Septimen haben.
Der Dur-Akkord mit kleiner Septime ist ein besonderer Akkord, deshalb hat er einen besonderen Namen: Dominantseptakkord.
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Richtig gelesen: Es gibt auch Akkorde mit mehr als drei Tönen. Im vierten Teil unserer Klavierakkord-Reihe schauen wir uns an, wie man vierstimmig am Klavier Akkorde spielen kann. Die sind natürlich noch einmal etwas komplexer, aber das lohnt sich total.
Vierstimmige Akkorde eröffnen uns am Klavier völlig neue klangliche Möglichkeiten. Dadurch klingen deine selbstkomponierten Klavierstücke und Improvisationen noch lebendiger, emotionaler und professioneller.Deshalb schauen wir uns jetzt an, welche vierstimmigen Akkorde es gibt und wie sie aufgebaut sind.
Am virtuellen Klavier Akkorde spielen
Falls du auch die Teile 1-3 unserer Klavierakkord-Reihe absolviert hast, weißt du ja bereits, wie wichtig es ist, neben deinen klaviertechnischen und musiktheoretischen Fähigkeiten auch dein musikalisches Gehör immer weiter zu schulen. Höre dir also unbedingt alle Akkorde in diesem Workshop aufmerksam an, dazu nutzt du einfach das virtuelle Klavier*. Alle Akkorde sind bereits gespeichert und du klickst einfach auf „Spielen“, um dir den jeweiligen Klavierakkord anzuhören.
Was ist ein vierstimmiger Akkord?
Alle Akkorde, die wir bisher kennengelernt haben, hatten drei Töne. Das ist die Grundform eines Akkords, der genau deshalb auch Dreiklang genannt wird. Ein vierstimmiger Akkord ist also ein Akkord mit vier Tönen und kann deshalb auch Vierklang genannt werden. Übrigens gibt es auch noch Akkorde mit fünf und mehr Tönen, aber dazu ein anderes Mal mehr.
Wie sind vierstimmige Akkorde aufgebaut?
Im ersten Teil unserer Klavierakkord-Reihe haben wir den Begriff Akkord bereits definiert, du erinnerst dich? Ein Akkord besteht aus dem ersten, dritten und fünften Ton der gleichnamigen Tonleiter. Akkorde werden grundlegend also aus Terzen aufgebaut, genau deswegen kommt bei einem vierstimmigen Akkord in der Regel noch der siebte Ton der Tonleiter dazu. Das ist der am häufigsten verwendete vierstimmige Akkord.
Ein vierstimmiger Akkord besteht grundlegend aus dem ersten, dritten, fünften und siebten Ton der gleichnamigen Tonleiter.
Das Intervall Septime kann allerdings groß und klein sein, deshalb gibt es auch in Akkorden zwei unterschiedliche Septimen. Handelt es sich in einem vierstimmigen Akkord um eine große Septime, spricht man vom großen Septakkord, bei der kleinen Septime wird analog vom kleinen Septakkord gesprochen.
Das Intervall Septime kann sowohl groß als auch klein sein, deshalb gibt es auch große und kleine Septakkorde.
Welche vierstimmigen Akkorde gibt es?
Im ersten Teil unserer Klavierakkord-Reihe sprachen wir über die vier Akkordtypen, die es gibt: Dur, Moll, Vermindert und Übermäßig. Grundsätzlich kann aus jedem dieser Akkorde auch ein vierstimmiger Akkord werden, auch wenn in der Praxis nur drei davon wirklich vorkommen.
Dur- und Moll-Akkorde gibt es oft vierstimmig und auch der verminderte Akkord nutzt häufig die Septime, nur der übermäßige Septakkord existiert eigentlich nur in der Theorie. Dazu aber mehr im zweiten Teil der vierstimmigen Akkorde, im ersten Teil beschränken wir uns vorerst auf Dur und Moll.
Grundsätzlich kann jeder Akkord mit einer Septime zu einem Vierklang erweitert werden.
Dur-Akkord mit Septime
Moll-Akkord mit Septime
Verminderter Septakkord
Übermäßiger Septakkord
Vierstimmige Akkorde in Dur
Nehmen wir also zwei Dur-Akkorde und fügen einmal die große und einmal die kleine Septime hinzu, erhalten wir diese beiden Akkorde.
Dur mit großer Septime
Dur mit kleiner Septime
Der Dur-Akkord mit der großen Septime wird auch Maj7 genannt, da das englische Wort „Major“ groß bedeutet. Dieser Vierklang hat einen sehr weichen und runden Sound, der nicht nach einer Auflösung verlangt und deshalb auch problemlos am Ende eines Stücks stehen kann.
Ein Dur-Akkord mit kleiner Septime klingt dagegen deutlich spannungsgeladener, deshalb strebt er zur Auflösung hin und kann somit eher weniger als letzter Akkord eines Stücks eingesetzt werden. Das liegt an einem Intervall, das in ihm vorkommt – dem Tritonus.
Der untere Ton dieses speziellen Intervalls möchte nach oben, der obere nach unten aufgelöst werden. Somit bestimmt der Dur-Akkord mit kleiner Septime quasi, was nach ihm kommt, und genau deswegen hat er einen besonderen Namen – Dominantseptakkord.
Der Dur-Akkord mit kleiner Septime wird aufgrund seines Klangs Dominantseptakkord genannt.
Vierstimmige Moll-Akkorde
Bei den Moll-Akkorden verhält sich das Klangbild genau umgekehrt. Hier hat der Akkord mit der kleinen Septime den weichen und runden Klang, während ein Moll-Akkord mit großer Septime dagegen spannungsvoller klingt. Beide vierstimmigen Moll-Akkorde streben aber nicht nach einer Auflösung.
Der vierstimmige Moll-Akkord mit einer großen und kleinen Septime.
Moll mit kleiner Septime
Moll mit großer Septime
Add9 – eine Sonderform des vierstimmigen Akkords
Zum Schluss des ersten Teils über Vierklänge gibt es nun noch einen kleinen Ausblick in die Welt der Fünfstimmigkeit. Nimmt man nach der Septime eine weitere Terzschichtung vor, erhält man auch noch den neunten Ton der Tonleiter, der genau wie der zweite Ton heißt. Da er aber über der Septime liegt, spricht man hier von einer None oder der neunten Stufe.
Ein Fünfklang besteht aus einer weiteren Terzschichtung.
Add9-Akkord in der Popmusik
Besonders in der Popmusik wir dann oft die Septime weggelassen, so erhält man einen vierstimmigen Dur-Akkord mit einer zusätzlichen 9, auch „Add 9“ genannt. Dabei kann die neunte Stufe verwirrender Weise an verschiedenen Positionen des Vierklangs zum Einsatz kommen.
Der Add-9-Akkord ist ein Vierklang, da in seinem Fall die Septime weggelassen wird.
C-Dur Add9
C-Dur Add9
Am Klavier Akkorde üben
Auch hier wieder mein Rat: Setze dich einfach ans Klavier und bilde Dur- und Moll-Akkorde mit großen und kleinen Septimen so oft du kannst, achte dabei auch intensiv auf den jeweiligen Klang. So wirst du die Akkordtöne schon bald nicht mehr suchen müssen und die Vierklänge mühelos greifen können. Bleib dran, es lohnt sich!
Am Klavier Akkorde spielen: Vierstimmige Akkorde Teil 2
Im zweiten Teil der vierstimmigen Akkorde beschäftigen wir uns in unserer Workshop-Reihe über Klavierakkorde mit weiteren Vier- und Fünfklängen und schauen uns zudem noch mehr Sonderformen von vierstimmigen Akkorden an.
Tobias Homburger lebt in Berlin und schreibt als Fachjournalist nicht nur über Musik, er releast auch eigene in den verschiedensten Genres. Außerdem verfügt er über langjährige Unterrichtserfahrung in den Fächern Klavier, Komposition und Musikproduktion.
Besonders bei Song-Begleitungen sind Slash-Akkorde am Klavier ein beliebtes Stilmittel durch cleveres Variieren im Bass.
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