Es empfiehlt sich, die 5 wichtigsten Fakten zu Akkord-Umkehrungen zu kennen. Denn über die Umkehrungen eines Akkords kann ein Pianist, genau wie ein Maler, Einfluss auf seine musikalische Farbpalette nehmen. Während die Grundstellungen der Akkorde den Grund- und Sekundärfarben entsprechen, sind die Inversionen so etwas wie die Pastellfarben. Ein realistisches Bild kommt ohne diese sanften und aufhellenden Farbtöne einfach nicht aus.
Und genauso verhält es sich auch am Klavier. Nur über die Grundstellungen der Akkorde bleibt ein großer Teil des klanglichen Potentials des Klaviers ungenutzt. Deshalb möchten wir dir dieses Thema ans Herz legen und dir die 5 wichtigsten Fakten zu Umkehrungen vorstellen.
Schreibst du über einen beliebigen Ton zuerst eine große und von dort aus dann eine kleine Terz, erhältst du den gleichnamigen Dur-Akkord. F-Dur beispielsweise besteht demnach aus den Tönen F-A-C. Eine Umkehrung verändert die Reihenfolge dieser Töne, aber ohne die Töne selbst zu ändern. Das funktioniert übrigens mit jedem Akkord, also auch mit Moll, Vermindert und Übermäßig.

Da ein Akkord grundlegend aus drei Tönen besteht, gibt es folglich auch drei Möglichkeiten, dessen Töne anzuordnen, und damit drei unterschiedliche Akkordlagen. Baust du einen Akkord wie oben beschrieben auf, hast du die Töne F-A-C und damit die sogenannte Grundstellung. Dabei ist der Grundton immer der tiefste Ton im Akkord. Für eine Umkehrung bringst du das F einfach eine Oktave höher und erhältst so die Töne A-C-F, auch erste Umkehrung genannt. Die Töne heißen immer noch gleich, aber du hast sie anders angeordnet.
Schreibst du nun auch noch das A acht Töne höher, landest du bei C-F-A, das ist dann die zweite Umkehrung. Eine weitere Oktavierung des tiefsten Tons bringt dich dann wieder zur Grundstellung. Du kannst aber natürlich auch den höchsten Ton der Grundstellung, also das C, nach unten oktavieren. So landest du dann direkt in der zweiten Umkehrung.

Steht ein Akkord in der Grundstellung, wird jeweils nur ein Ton übersprungen. Deshalb liegen alle drei Akkordtöne in den Noten entweder auf oder zwischen den Linien. Eine Umkehrung erkennst du daran, dass eines der beiden Intervalle größer ist. Ist das obere Intervall größer, hast du die 1. Umkehrung, ist das untere Intervall größer, handelt es sich um die zweite Umkehrung. So liegen bei einer Umkehrung entweder zwei Töne auf der Linie, der dritte aber dazwischen, und umgekehrt.

Die Musiktheorie vergibt für die erste Umkehrung alternativ auch den Namen Sextakkord, da hier zwischen dem tiefsten Ton und dem Grundton des Akkords das Intervall Sexte entsteht (E-C). Bei der zweiten Umkehrung ist das dann eine Quarte, aber der Begriff Quartakkord ist bereits vergeben und beschreibt etwas anderes. Deshalb misst man bei der zweiten Umkehrung vom tiefsten Ton aus den Abstand zum mittleren und zum oberen Ton (G-C und G-E), woraus sich der Name Quartsextakkord ergibt.

Bei einem vierstimmigen Akkord gibt es logischerweise vier verschiedene Lagen. Zur Grundstellung, dem Sext- und Quartsextakkord gesellt sich der sogenannte Sekundakkord. Liegt nämlich die Septime des Akkords im Bass, messen wir von dort aus zum Grundton eine Sekunde.

Es gibt mehrere Gründe, warum Umkehrungen am Klavier wichtig sind. Spielst du in einer Akkordfolge alle Harmonien in Grundstellung, klingt das nämlich irgendwie komisch, denn so entstehen sehr große Sprünge. Um dies zu verhindern, hat es sich durchgesetzt, dass gemeinsame Töne zweier Akkorde einfach liegenbleiben. Spielst du also nach einem C-Dur-Akkord in Grundstellung die Harmonie F-Dur, bleibt das C an Ort und Stelle liegen und nur die anderen beiden Akkordtöne bewegen sich. Das klingt deutlich besser, dadurch entstehen aber automatisch Umkehrungen.
Außerdem ist es durch Inversionen möglich, den Höreindruck einer Harmonie in kleinen Schritten zu verändern. Denn ein Oktavsprung erhöht einen Akkord massiv. Geht man von der Grundstellung aus dagegen nur zur ersten Umkehrung, klingt die Harmonie eben nur ein klein wenig höher und heller. So können Komponist und Pianist den Klang eines Stücks sehr dosiert anpassen – genau wie der Maler über die Pastellfarben.
Zu guter Letzt tragen Umkehrungen auch dazu bei, die so wichtige Orientierung des Pianisten auf der Klaviatur zu verbessern. Und da in der Klavierliteratur beide Hände regelmäßig Akkorde spielen müssen, hilft es natürlich, wenn man nicht nur die Akkorde, sondern auch deren Umkehrungen im Notentext bestimmen kann. Viel Erfolg!
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