Wenn man noch einen Schritt weitergeht, wird es sogar auf körperlich-chemischer Ebene interessant. Musik beeinflusst nämlich nicht nur unsere Gedanken und Gefühle, sondern auch bestimmte Prozesse im Körper und hört nicht bei Entspannung auf. Studien zeigen, dass beim Hören oder auch Spielen von Musik das Stresshormon Cortisol gesenkt werden kann. Gleichzeitig wird die Ausschüttung von Oxytocin gefördert. Das ist ein Hormon, das unter anderem mit Vertrauen und Wohlbefinden verbunden ist. Wenn du beim Musizieren genauso wie ich komplett abschaltest, ist das wahrscheinlich nicht nur ein subjektives Gefühl, sondern hat auch eine ganz reale körperliche Grundlage. Musik wirkt dabei auf mehreren Ebenen gleichzeitig: emotional, körperlich und mental.
Musik aktiviert außerdem unser Belohnungssystem im Gehirn, ähnlich wie unser Lieblingsessen. Das haben Forscher aus Montreal in einer Studie belegt, indem sie die Gehirnaktivität von Teilnehmern gemessen haben, während diese Musik hörten. Dabei werden Glückshormone ausgeschüttet, die dafür sorgen, dass wir uns besser fühlen. Vielleicht erklärt das auch, warum bestimmte Songs sofort ein so starkes Glücksgefühl in uns auslösen können.
Ein weiterer spannender Gedanke in diesem Zusammenhang ist, dass wir Musik kaum ignorieren können. Anders als bei visuellen Reizen können wir bei Musik nicht einfach mal „weghören“. Alles, was wir hören, wird zumindest unterbewusst verarbeitet und beeinflusst uns – ob wir wollen oder nicht. Besonders die Melodie spielt dabei eine große Rolle. Sie bleibt im Kopf, weckt Erinnerungen und kann unsere Stimmung nachhaltig verändern.