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Farfisa Professional Piano – Vintage E-Piano

  • Das Farfisa Professional Piano zählt zu den ersten E-Pianos mit vollelektronischer Klangerzeugung.
  • Es stammt aus den frühen 1970er Jahren und galt als das „Space Piano“ der Krautrockszene.
  • Den Sound des Professional Piano wird man spontan nicht als authentisch bezeichnen, aber es hat einen sehr charmanten elektronischen Vintage-Klang.
Farfisa Professional Piano (Foto: J. Sunderkötter)
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Elektronische polyfone Klänge, die nicht nach Orgel klingen – das war für viele Krautrockbands der 1970er Jahre eine Rarität. Der Geheimtipp damals war das Farfisa Professional Piano. Es entwickelte sich zum „Space Piano“ der Krautrockszene, aber auch heute ist es allein wegen seines futuristischen Weltraum-Designs absoluter Kult. Sein Sound ist wirklich speziell und man kann es sogar auf dem 1974 erschienenen Kraftwerk-Album Autobahn hören.

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Anfang der siebziger Jahre waren elektromechanische E-Pianos wie das Fender Rhodes das Nonplusultra. Aber sie waren auch ziemlich schwer und durchaus reparaturanfällig. Mit Einzug der Transistor-Technik wurde es möglich, leichtere und kompaktere Instrumente zu bauen, die außerdem noch viel komplexere Klangmöglichkeiten bieten konnten.

Kraftwerk live 1975 - mit Farfisa Professional Piano

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So bekam auch das Farfisa Professional Piano große Aufmerksamkeit. Alle, die weniger an den üblichen Piano-Sound, dafür eher an neuartigen Sounds interessiert waren, begeisterten sich für das Professional Piano. Es wurde von 1971 bis 1975 hergestellt und gehört zu den frühen E-Pianos mit vollelektronischer Klangerzeugung.

Farfisa Professional Piano im Krautrock

Farfisas Professional Piano wurde von vielen Krautrockbands eingesetzt. Man kann es auf den Kraftwerk-Alben Ralf & Florian (z.B. bei „Tanzmusik“) und Autobahn hören. Ebenso bei der Band CAN in z.B. Sing Swan Song vom 72er-Album Ege Bamyasi.

Auch die wichtigsten Vertreter der Berliner Schule, Klaus Schulze (Timewind, auf dem Track „Wahnfried“ zu hören) und Tangerine Dream-Kopf Edgar Froese spielten das Professional Piano.

Krautrock, Elektronische Musik und Berliner Schule - das Farfisa Professional Piano ist auf zahlreichen Alben zu hören.
Krautrock, Elektronische Musik und Berliner Schule - das Farfisa Professional Piano ist auf zahlreichen Alben zu hören.

Ungewöhnlicher Look…

Das Design des Professional Piano vermittelt den Space-Futurismus der 60s, das dem der Professional Organ sehr ähnlich ist. Hingucker sind vor allem die interessant gestalteten Kippschalter zur Umregistrierung der Klänge.

Mit den charakteristischen Kippschaltern, die auch bei der Professional Organ-Serie verbaut wurden, lassen sich u.a. diverse Lautstärke-Hüllkurven aktivieren. (Foto: J. Sunderkötter)
Mit den charakteristischen Kippschaltern, die auch bei der Professional Organ-Serie verbaut wurden, lassen sich u.a. diverse Lautstärke-Hüllkurven aktivieren. (Foto: J. Sunderkötter)

Transistor-Technik

Alles, was man auf dem Professional Piano spielt, hat einen besonderen Charme. Ganz einfach schon aus dem Grund, da die Tastatur nicht anschlagdynamisch ist. Zudem verleiht die Transistor-Klangerzeugung auf Frequenzteiler-Basis dem Professional Piano einen Grundklang, den man spontan eigentlich nicht als Piano-Klang wahrnehmen würde.

Trotzdem wurden per Festfilter-Schaltungen verschiedene Klänge realisiert, was damals schon eine Sensation gewesen sein muss.

Sicher aber ein Novum und ungemein praktisch: Das Keyboard lässt sich splitten, womit dann für die obere und untere Splitzone unterschiedliche Sounds zur Verfügung stehen: Piano, Honkie Tonkie, Harp, Clavichord, Banjo und Special Effect. Außerdem konnte jeder Tastaturbereich unterschiedlich im Klangverlauf eingestellt werden. Solch kreative Klanggestaltung konnte man mit einem elektromechanischen Piano natürlich nicht machen.

Das Professional Piano klingt sehr elektronisch und bietet drei Decay-Positionen, die den Klangverlauf bestimmen. (Foto: J. Sunderkötter)
Das Professional Piano klingt sehr elektronisch und bietet drei Decay-Positionen, die den Klangverlauf bestimmen. (Foto: J. Sunderkötter)

Wie klingt das Professional Piano?

Auch trotz der Piano-ähnlichen Hüllkurve stellt sich hier eigentlich wenig Piano-Feeling ein. Der Honky Tonk-Sound ist schön verstimmt und die Clavichord-Einstellung erzeugt einen durchsetzungsfähigen Cembalo-artigen Sound. Am besten und (am Krautrock-artigsten) klingt das Instrument, wenn man mehrere Sounds aktiviert und das Signal durch einen externen Delay-Effekt mit Tape-Echo-Charakteristik schickt.

Farfisa Professional Piano (Foto: D. Stork)

Farfisa Professional Serie

Die Professional-Serie von Farfisa ist vor allem durch ihre Transistor-Orgeln bekannt geworden. Zu den damals beliebtesten Modellen der Professional-Reihe (die die Compact-Serie ablöste) gehört die PP/222 und die zweimanualige Professional Duo. Zum Userkreis gehörten eine große Zahl unterschiedlicher Acts wie Pulp, Sly & the Family Stone, Sun Ra, Jean Michel Jarre, Neville Brothers, Amon Düül II, Van der Graaf Generator und nicht zuletzt Irmin Schmidt, Keyboarder der Band CAN.

Die Anschlüsse des Pianos befinden sich auf der Unterseite. Es gibt einen Mono-Ausgang und Anschlüsse für Sustain- und Lautstärke-Pedale. (Foto: D. Stork)
Die Anschlüsse des Pianos befinden sich auf der Unterseite. Es gibt einen Mono-Ausgang und Anschlüsse für Sustain- und Lautstärke-Pedale. (Foto: D. Stork)
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