#4 Zusammengesetzte Intervalle
Jenseits der Oktave gibt es noch die zusammengesetzten Intervalle. Die können als eigenständige Abstände oder als Summen der bereits genannten Intervalle plus einer Oktave wahrgenommen werden. Nach der Oktave begegnen wir der None, die die Zahl 9 symbolisiert. Sie besteht aber auch aus den Intervallen Sekunde und Oktave, deshalb gibt es auch von ihr eine kleine und eine große Version. Es folgen die Dezime, Undezime, Duodezime, Tredezime und Quartdezime, auch wenn in der Praxis bereits bei der Tredezime Schluss ist.
Das hat mit der Terzschichtung der Akkorde zu tun. Die bestehen ja aus einem Grundton plus Terz und Quinte, potentiell gefolgt von Septime, None, Undezime und Tredezime. Vom Grundton C aus bringt uns das 13. Intervall also zum Ton A der nächsten Oktave. Auf dem Weg dahin haben wir aber bereits alle Töne der Tonleiter ausgeschöpft und die nächste Terzschichtung würde uns nur wieder zum Grundton C bringen. Die Quartdezime existiert also in der Theorie, auf einem Leadsheet wird man sie eher weniger finden.
Während schon in der klassischen Musik regelmäßig vierstimmige Akkorde wie der Dominantseptakkord oder der (halb-) verminderte Septakkord vorkommen, sind Intervalle ab der None besonders bei komplexen Harmonien relevant, wie sie beispielsweise im Jazz eingesetzt werden. Dort werden die Akkorde mit vielen Optionstönen klanglich verfeinert und anschließend über die Intervalle erkenntlich gemacht. So siehst du am Akkordsymbol Cmaj7 #11 direkt, welche Töne zum reinen und dreistimmigen C-Dur-Akkord hinzukommen.