Wohin führt uns der zweite Akkord?
Auf der ersten Zählzeit des zweiten Takts haben wir aufwärts gelesen die Töne D, A, D, Fis und Fis. Das E am Schluss dient der Melodie lediglich als Durchgangston und spielt harmonisch deshalb keine Rolle. D, Fis und A ergeben zusammen den Akkord D-Dur, das ist die Harmonie auf der fünften Stufe unserer Tonart und damit deren Dominante.
Wir wissen nun also, dass der bisher unbekannte Akkord zum D-Dur in Takt 2 und damit zur Dominante hinleitet. Zudem sehen wir im Bass den Ton Cis, das ist auf den Ton D bezogen der sogenannte Leitton. Somit erwartet unser Ohr die Auflösung zum Halbton darüber und genau diese Bewegung sehen wir auch im Bass. Es könnte sich also wieder um eine Dominante handeln, dieses Mal aber um die von D-Dur, denn die beinhaltet ja das Cis als Leitton zum D.
Das sollten wir überprüfen. Die Dominante von D-Dur heißt A-Dur, dummerweise sehen wir beim zweiten Akkord keinen Ton A. Allerdings wissen wir ja schon von der Terz namens Cis und wir sehen in den Noten auch die Töne E und G, also Quinte und kleine Septime von A-Dur. Das sieht verdächtig nach einem Dominantseptakkord aus. Es fehlt lediglich der Grundton.
Das B wäre demnach die kleine None, die für eine zusätzliche Klangverschärfung oft in Dominanten eingesetzt wird. Und auch verkürzte Akkorde, also Akkorde ohne Grundton, sind keine Seltenheit. Damit haben wir die mysteriöse Harmonie identifiziert. Es handelt sich dabei um die verkürzte Doppeldominante A-Dur, mit kleiner Septime und kleiner None. Das durchgestrichene Akkordsymbol verdeutlicht den fehlenden Grundton.