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Test: Yamaha MODX M8 – Synthesizer mit 88 Tasten

  • Mit dem MODX M8 gelingt Yamaha eine sehr gut klingende Symbiose aus Synthesizer und Stagepiano.
  • Die Klavier-Presets sind hochwertig, bieten viele Ausdrucksmöglichkeiten und werden zu außergewöhnlichen Kombinationen gelayert.
  • Insgesamt bietet der Synthesizer über 3000 Presets aus drei Sound-Engines: Sampling, FM und Analog-Modeling.

Pro und Contra

  • Klangqualität
  • Viele Sounds
  • Gute Piano-Sounds
  • Großer, flexibler Funktionsumfang
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(Bildquelle: Yamaha)
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Verständlicherweise denkt man als Pianist beim Kauf eines elektronischen Instruments in der Regel zuerst einmal an eine Art von digitalem Klavier. Hier ist die Auswahl groß und man darf sich zwischen Portable Pianos, Stagepianos oder gar hybriden Instrumenten entscheiden. Will man damit aber nicht nur zuhause üben, sondern auch in einer Band spielen, wird man mehr Sounds und Sounddesign-Optionen brauchen, als handelsübliche E-Pianos abdecken.

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Von Yamaha gibt es mit dem gerade überarbeiteten Synthesizer Yamaha MODX M8 eine Budget-Lösung, die die Lücke zwischen reinen E-Pianos und deren großen Workstations schließt. Preis, Größe und Gewicht sind mit Mittelklasse-Stagepianos vergleichbar.

Die Auswahl an Sounds und die Möglichkeiten der Klanggestaltung sind hier aber deutlich größer. Wer also auf eingebaute Lautsprecher verzichten kann und sich gerne von vielen fantasievollen Presets inspirieren lässt, könnte mit dem MODX M8 glücklich werden.

Solide Tastatur ohne Schnick-Schnack

Für ausdrucksstarke Performances braucht es eine gute Tastatur, trotzdem muss bei einem Budget-Instrument natürlich auch irgendwo der Rotstift angesetzt werden. Um diesen Spagat zu realisieren, verbaut Yamaha im MODX M8 die GHS-Tastatur (Graded Hammer Standard), wie man sie von vielen Yamaha E-Pianos aus dem Einsteiger-Segment kennt.

Das Spielgefühl dieser Graded Hammermechanik ist gut, realistisch, exakt und ermöglicht die volle dynamische Bandbreite. Die Klangerzeugung reagiert sehr direkt, was enorm zum Spielspaß beiträgt.

Die glatte Kunststoffoberfläche der weißen Tasten bietet für die Finger ausreichend Traktion, bei den schwarzen rutscht man dagegen leicht weg. Nach einer Weile gewöhnt man sich daran, schnelle Arpeggios bleiben aber trotzdem problematisch.

Ansonsten sind Tastatur und Mechanik recht laut, besonders bei kräftigem Klavierspiel. Das Gehäuse wirkt scheinbar zusätzlich als Resonanzkörper, so entsteht beim Spielen dieses tiefe Brummen, das selbst mit Headphones noch deutlich wahrnehmbar ist. Erst mit einem Noise-Canceling-Kopfhörer werden alle Tastengeräusche unterdrückt. Auf der Bühne ist das natürlich kein Problem, beim Üben zuhause könnte das auf die Dauer störend wirken.

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Die GHS-Tastatur ist solide und gut spielbar. (Bildquelle: Yamaha)

Die Klavierklänge im Yamaha MODX M8 überzeugen

Die Piano-Sounds des MODX M8 sind durch die Bank gut gelungen und lassen sich sehr direkt und dynamisch spielen. Es gibt den brillanten und hochauflösenden Flügelklang „CFX Concert“, der universell für Klassik und Pop einsetzbar ist. Intimere Instrumente wie „Hamburg Grand“ oder „Imperial“ klingen lebendiger, realistischer und „näher“.

Das gilt auch für die sehr guten Upright-Presets. Hier ist besonders das „Felt Piano“ mit seinen charakteristischen Mechanikgeräuschen zu erwähnen, das fantastisch und sehr überzeugend klingt. Insgesamt gute Qualität – zu Piano-VSTs ist hier kaum ein Unterschied.

Entdecke die Kombinationen!

Die Highlights der Piano-Kategorie sind aber die Layer-Sounds. Kategorieübergreifend geht Yamaha über die üblichen Standard-Kombinationen hinaus und bietet faszinierende Layer-Presets, die man nicht alle Tage hört.

Für „Fairy Tale Piano“ wird das Klavier sehr geschmackvoll und bestens ausbalanciert mit einem Bell-Sound und einem lebendigen Synth-Pad ergänzt. „Kings Tea“ besteht aus einem Piano- und einem Lead-Sound, der wie eine verzerrte E-Gitarre klingt – eine tolle Kombination.

Und „Dream Grand“ vereint ein Klavier mit einem düsteren String-Pad und einem Arp-Sound, der allerdings nur den gespielten Ton und dessen Oktaven nutzt, damit auch Akkorde gespielt werden können. Weitere hörenswerte Kombinationen wie „Shimmer Grand“ können über die Funktion Category Search gefunden werden.

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Das MODX M8 sieht nicht nur wie ein E-Piano aus, es klingt auch so. (Bildquelle: Yamaha)

Tolle Vintage-Keyboards und digitale Rekreationen

Auch die Klassiker unter den E-Pianos sind beim Yamaha MODX M8 zahlreich vorhanden und natürlich klingen sie entsprechend gut. Vintage Keyboards wie Fender Rhodes, Wurlitzer und Clavinet gibt es clean, verzerrt und mit den klassischen Effekten wie Phaser und Chorus – und das in riesiger Auswahl. Hinzu kommen Piano-Sounds digitaler Instrumente à la DX7 und Co., die von der FM-Engine des MODX M8 sehr überzeugend reproduziert werden.

Aber auch moderne Interpretationen der Vintage-Instrumente und ihrer Sounds sind vorhanden, die klanglich zwar an die Originale erinnern, den Vorbildern über die moderne Klangerzeugung des MODX M8 aber einen ganz neuen Anstrich verpassen. In der Kategorie R&B/Hip Hop finden sich zudem Presets mit dem Sound der 2000er, die teilweise aus kompletten Harmonien samt einsetzendem Drum-Groove bestehen.

Selbstverständlich bietet das MODX M8 auch zahlreiche hochwertige Orgeln, von der verzerrten Hammond mit Leslie-Effekt über die obligatorische Kirchenorgel in verschiedenen Größen. Quantitativ und qualitativ ist diese Kategorie ziemlich beeindruckend.

Spektakulär: Synth- und Orchester-Sounds des MODX M8

Und genau so geht es auch bei den Synthesizer-Klängen weiter, hier spielt der MODX M8 seine drei Sound-Engines auf ebenso überzeugende Art aus. Mir gefällt besonders, dass die synthetischen Presets größtenteils frisch und modern klingen und sich darunter viele Patches befinden, die man so noch nicht gehört hat oder die durch ihre Komplexität auffallen. Großes Kompliment an das Content-Team von Yamaha.

Die Synth-Brass-Sounds klingen richtig knackig und sind so durchsetzungsfähig, dass man sich in einer Band damit nicht einmal vor den verzerrten Gitarren verstecken muss. Die reinen Pads sind butterweich und warm, während die Synth-Bässe und 808-Presets richtig zupacken und in den Tiefen ordentlich Radau machen. Und „Beauty Full“ ist ein Jump-Sound auf Steroiden, der Eddie Van Halen aus den Socken gehauen hätte.

In der Kategorie Motion Control finden sich Evolving Pads und Patches mit Bewegung, mit denen man einer reinen Akkordbegleitung viel Leben einhauchen kann. Hier gibt es aber auch Sounds mit Blade-Runner-Magie und dystopische Pads à la CS-80. Für die stetig wachsende Lofi-Community wurde sogar eine gleichnamige Patch-Kategorie inklusive Plattenknistern und Stutter-Effekten in das MODX M8 integriert.

Cinematic besteht ebenfalls aus synthetischen Klängen wie furchteinflößenden Bläsern, massiven Risern, cineastischen Flute-Patches und tollen Synth-Arps, die klanglich an Soundtracks von Filmen wie Tron: Legacy erinnern.

Realistische Streicher, Woodwinds und Blechbläser befinden sich dagegen in der Kategorie Orchestra und auch hier gibt es keinen Grund zur Beanstandung. Mein Tipp: Die fantastischen Kombi-Patches mal anspielen!

Flüssige Bedienung durch Touch-Screen

Die Bedienung des MODX M8 findet größtenteils über das 7‘‘ Touch-Display statt und geht dementsprechend leicht und intuitiv von der Hand. Allerdings sind kleine Schaltflächen, die nah am Rand positioniert wurden, mit größeren Fingern teilweise schwierig zu treffen. Notfalls kann die Navigation aber auch über den Encoder samt vierteiligem Tasterring rechts vom Display erfolgen.

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Über die acht Fader kann man selber ins Klanggeschehen einsteigen. Man hat hier Zugriff auf die Lautstärke eines Sounds und der einzelnen Klänge eines Layer-Patches. Die vier Regler darüber erlauben schnelle Veränderungen am Klang über Filter, EQs und Hüllkurven. (Bildquelle: Yamaha)

Der Touch-Screen zeigt aber nicht nur den Browser, Presets oder Einstellungen an. Über ein X/Y-Pad kann die Morph-Funktion genutzt werden, die es erlaubt, stufenlos zwischen den einzelnen Sounds eines Layer-Patches zu überblenden. Außerdem ist darüber auch ein Ribbon-Controller nutzbar.

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Das 7‘‘ Touch-Display ist die Schaltzentrale des Synthesizers. Das Screen-Design ist nicht nur sehr stylisch, sondern ermöglicht guten Workflow. (Bildquelle: Yamaha)

Anschlüsse

Auch hier hat das MODX M8 einiges zu bieten. Zwei USB-Ports ermöglichen die Verbindung mit einem Computer und den Anschluss eines Speichermediums für den Export von Daten oder den Import von Erweiterungen und Firmware-Updates. Zusätzlich befinden sich auf der Rückseite des Synthesizers zwei klassische MIDI-Ports für In und Out.

Neben einem Sustain-Pedal kann ein weiterer Foot-Switch und zwei zusätzlicher Controller angeschlossen werden. Und schließlich gibt es einen Kopfhörerausgang, zwei Line-Ausgänge und zwei A/D-Eingänge.

USB-Audio/MIDI ist beim Yamaha MODX M8 ebenfalls eingebaut. Das Audio-Interface arbeitet dabei sogar mehrkanalig, sodass die einzelnen Layer-Parts an einzelne Spuren der DAW übergeben werden können.

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Yamaha MODX M8 ist außerdem in den Modellvarianten M7 und M6 erhältlich, die mit klassischen Synthesizer-Tastaturen ausgestattet sind. (Bildquelle: Yamaha)

Fazit: Fantastischer und vielfältiger Sound, Kompromisse bei der Klaviatur

Das Yamaha MODX M8 kann definitiv ein Stagepiano ersetzen, es kann darüber hinaus aber auch so viel mehr. Natürlich gibt es bessere Klaviaturen auf dem Markt, aber für unter 2000 Euro bekommt man mit diesem Synthesizer ein unglaublich vielseitiges Tasteninstrument, das sich trotzdem gut spielen lässt, durch die Bank fantastisch klingt, extrem viel Spaß macht und dabei nicht einmal 14 kg auf die Waage bringt.

Der Transport ist dementsprechend entspannt und die Bedienung schnell erlernt und per Touch-Screen zudem leicht umgesetzt. Dass der FX-Regler heller leuchtet als das Display, irritiert im Dunkeln ein wenig, ist aber zu verzeihen. Ansonsten gibt es wenig Ansatzpunkte für weitere Kritik.

Für das reine Klavierüben zuhause ist man wahrscheinlich mit einem reinen Portable Piano oder einem Bühnenklavier besser versorgt, da dort der Fokus in der Regel auf einer besseren und leiseren Klaviatur liegt und man mit einem guten Piano-Sound auskommt. Band-Musiker und Produzenten eigener Musik werden dafür umso mehr von den vielen guten Sounds profitieren, die das Yamaha MODX M8 bietet.

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(Bildquelle: Yamaha)

Yamaha MODX M8 – Überblick

Erhältlich ab: 10.2025
Tastatur: Graded Hammer Standard mit Hammermechanik und Initial Touch
Polyphonie: 128 Stimmen

Besonderheiten: Klangerzeugung stammt teilweise aus dem Flaggschiff Montage
Hersteller/Vertrieb: Yamaha

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Pro und Contra

  • Klangqualität
  • Viele Sounds
  • Gute Piano-Sounds
  • Großer, flexibler Funktionsumfang
Tobias Homburger - Autor bei PIANOO.de

Tobias Homburger

Für das reine Klavierüben zuhause ist man wahrscheinlich mit einem reinen Portable Piano oder einem Bühnenklavier besser versorgt ... Band-Musiker und Produzenten eigener Musik werden dafür umso mehr von den vielen guten Sounds profitieren, die das Yamaha MODX M8 bietet.

MODX M8 :   1.849,00 €

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