ANZEIGE
ANZEIGE

Test: Arturia Piano V3 – Piano-VST und Standalone

  • Arturia Piano V ist ein Software-Piano, das auf Basis von Physical Modeling viele gute Piano-Sounds mit flexiblen Klangeigenschaften verbindet.
  • Piano V wird als Piano-VST und als Standalone Software-Piano geliefert.
  • Die Software kann separat erworben werden, ist aber auch als Bestandteil der Arturia V-Collection erhältlich.

Pro und Contra

  • Realistisches Klangverhalten
  • Große Auswahl an Klaviermodellen
  • Flexible Klanggestaltung
  • Geringe Leistungsanforderungen
Arturia Piano V
ANZEIGE

Eigentlich kennt man Arturia eher als Hersteller von legendär klingenden Soft- und Hardware-Synthesizern. Die aktuelle V-Collection ist dabei wohl das umfangreichste Paket, wenn es um Synthesizer-Sounds geht. Als Piano-VST ist dort schon eine Weile das Arturia Piano V enthalten, welches nun in der neuen Version „Piano V3“ vorliegt.

ANZEIGE
ANZEIGE
Unglaublich, wie viel Flexibilität in dieser Klangerzeugung steckt.

Als Physical-Modeling-Instrument kann das Piano V eine gewisse klangliche Verwandtschaft zum Modartt Pianoteq nicht verbergen. Dennoch verfolgt Arturia mit dem Piano V einen ganz eigenen Ansatz, was sich sowohl in der Handhabung als auch in der Klangästhetik zeigt.

Viele Möglichkeiten – einfache Handhabung

Arturia ist ein Meister in Sachen Software-Design. Mit Liebe zum Detail sind Software-Synthesizer von Arturia klanglich, sondern auch optisch ein Genuss. Das gilt auch für das Piano V. Das Piano-VST vermittelt schon optisch, dass es hier um hochwertige Pianoklänge geht. Aber ich kann jetzt schon sagen, dass die Sounds das Anspielen auch ohne die hübsche Aufmachung bestehen.

Was mir an der Plug-in-Ansicht auf Anhieb gefällt, ist der einfache Zugang zu den Sounds und (nicht wenigen) Funktionen. In der Hauptansicht hat man die Piano-Modelle und gleich auch deren wichtigste Klangaspekte im Griff. Dazu gibt es die fast schon selbsterklärenden Regler Brightness, Timbre, Dynamics, Stereo Width, Reverb und Volume. Sehr praktisch: Ein Limiter lässt sich zuschalten, um den Audio-Pegel zu begrenzen.

Die wichtigsten Elemente des Klangverhaltens schnell und intuitiv einstellen.
Die wichtigsten Elemente des Klangverhaltens schnell und intuitiv einstellen.

Lebhafte Piano-Sounds

Man vermutet es vielleicht nicht gleich, aber der Timbre-Regler bringt mehr Schwebung ins Spiel. Im ersten Drittel des Regelbereichs klingt’s subtil lebhafter, was man auch übertreiben kann, wenn man den Regler ganz aufdreht. Dann sind die virtuellen Saitenchöre schon sehr durcheinander. Aber toll, dass das auch geht. Im Zusammenspiel der vier Hauptfunktionen kann man den Sound schnell anpassen, was je nach Beschaffenheit der Tastatur auch sehr praktisch ist.

Dynamik- und obertonreiche Pianomodelle

Wie auch Pianoteq besitzt das Arturia Piano V einen immensen Dynamikbereich, wobei unter Umständen die Oberton-reichen Anteile dominieren können. Dies kann vor allem dann passieren, wenn man seine MIDI-Tastatur nicht richtig kalibriert hat oder ein sehr leichtgängiges MIDI-Keyboard zum Spielen des Arturia Piano V nutzt.

Zum Testen stand mir das Arturia KeyLab MKII 88 zur Verfügung – kaum verwunderlich, dass sich das Piano V auf Anhieb sauber spielen lässt. Eine tolle Dynamik, die man gut kontrollieren kann – egal, ob man eine balancierte Pianobegleitung oder ein expressives Solo spielen möchte. Anpassungen des Klangverhaltens hat man dann aber auch sehr schnell mit den beiden Reglern Brightness und Dynamics erledigt. Außerdem gibt es eine Touch Curve zum Anpassen des Anschlagverhaltens.

Das Arturia Piano V stellt 12 verschiedene Pianomodelle zur Verfügung, die im Advanced-Bereich in vielen Details modifiziert werden können. Letzteres muss man nicht nutzen, denn die vielen Presets bieten eigentlich alles, was das Herz begehrt. Aber es ist eben auch eine Stärke von Physical-Modeling-Instrumenten, über die Modeling-Funktionen gezielte Veränderungen vorzunehmen, um einen individuellen Sound zu bekommen. Das ist mit dem Arturia Piano V sehr einfach – dank eines gut durchdachten Edit-Konzepts.

Der Advanced-Bereich erlaubt detaillierte Einstellungen, um das Klangverhalten des Piano-Modells zu beeinflussen.
Der Advanced-Bereich erlaubt detaillierte Einstellungen, um das Klangverhalten des Piano-Modells zu beeinflussen.

Advanced-Mode: Individuelle Sound-Einstellungen

Hinter dem unscheinbaren Button „Advanced“ verbergen sich eine Menge Funktionen, mit denen sich individuelle Einstellungen machen lassen. Der Advanced-Mode unterscheidet zwischen zwei Bereichen:

  1. Model: Einstellungen, die das Klangverhalten des jeweils zugrundeliegenden Piano-Modells betreffen.
  2. Effect: Hier finden sich vier Module, ein parametrischer 3-Band-Equalizer, ein Compressor, ein Preamp und ein Reverb.

Die sechs Module des Model-Bereichs erlauben den Zugriff auf jede Menge Klangdetails, die das Klangverhalten sehr subtil, teils auch drastisch ändern können. Etwas mehr Punch im Attack liefert der Parameter „Hammer Hardness“, während „Hammer Position“ Einfluss auf den gesamten Klangcharakter nimmt.

Arturia Piano V als Produktionstool

Außer dem passenden Klangcharakter geht es hier vor allem auch darum, einen einen Klavierpart passgenau in eine Produktion einzufügen: Etwas mehr Mitten, starkes Attack im Fortissimo oder soll das Pianissimo mehr nach weichem Filz klingen? Man würde spontan zum EQ greifen, der aber für solche dynamischen Artikulationen zu oberflächlich arbeitet. Die ACTION- und ACOUSTICS-Module im Advanced-Edit tunen das Klaviermodell wirklich sehr clever. So kann man z.B. auch der Sustain-Phase mehr oder weniger Volumen geben – ganz so, wie es ein Klavierpart eben braucht.

Sogar die Mikrofonierung des Instruments sowie Saitenresonanzen, Key-Off-Effekt, Fall-back Noise oder Duplex Scale lassen sich schnell über die Regler einstellen. Man muss daraus keine Wissenschaft machen – einfach nach Gehör ein wenig an den Reglern schrauben: Der eigene Geschmack entscheidet. Unglaublich, wie viel Flexibilität in dieser Klangerzeugung steckt.

Die Effekte des Arturia Piano V.
Die Effekte des Arturia Piano V.

Arturia Piano V3 & V-Collection

Der Preis von ca. 250,- EUR für Piano V ist recht hoch, aber doch gerechtfertigt. Denn man bekommt hier ein leistungsfähiges Piano-VST mit Möglichkeiten, die man in der Musikproduktion sehr gut einsetzen kann. Piano V ist außerdem als Bestandteil der Arturia V-Collection erhältlich. Das Software-Paket wird ungefähr für nur den doppelten Preis des Piano V angeboten und ist damit umso attraktiver. Denn die aktuelle V-Collection 9 ist mit insgesamt 33 Software-Instrumenten von Arturia die wohl größte Sammlung an Vintage-Synthesizern, die aus einer riesigen Sound-Library schöpfen können.

Arturia V Collection 9 Download
Arturia V Collection 9 Download
Kundenbewertung:
(29)

Fazit: Tolle Piano-Sounds, hohe Flexibilität

Ich muss gestehen, von den Vorversionen des Arturia Piano V war ich weniger begeistert – zu synthetisch, metallisch und künstlich der Sound. Das Arturia Piano V3 hat nun aber einen großen Sprung gemacht. Egal, ob Konzertflügel, Upright oder Fantasie-Konstruktion aus Metall oder Glas – die Piano-Modelle und Presets haben Wärme und Transparenz und fügen sich mit der Ausrichtung auf Popmusik sehr gut in die V-Collection ein.

Sehr gut gefällt mir das Bedienkonzept, mit dem man selbst komplexe Dinge wie die Mikrofonierung spielend meistert. Nicht nur die zahlreichen Presets überzeugen beim Arturia Piano V, vor allem auch die Edit-Möglichkeiten der einzelnen Piano-Modelle begeistern. Damit ist Piano V ein flexibles und leistungsfähiges Piano-VST für die Musikproduktion. Aber auch ganz einfach zum Klavierspielen ist Piano V eine echte Empfehlung.

Kritikpunkte gibt es keine, nur einen Wunsch: Wie bereits andere Software-Synthesizer von Arturia wäre auch das Piano V als App für Mobilgeräte einfach nur der Hit.

Arturia Piano V3 – Überblick

Erhältlich ab: 05.2022
Systemanforderungen: 4-Core-CPU – 3.4 GHz, 4GB RAM, 3GB Speicherplatz
Standalone: Ja
Plattformen: Windows 10+, MacOS 10.13+
Besonderheiten: Piano V ist Bestandteil der Arturia V-Collection
Hersteller/Vertrieb: Arturia/Tomeso

Pro und Contra

  • Realistisches Klangverhalten
  • Große Auswahl an Klaviermodellen
  • Flexible Klanggestaltung
  • Geringe Leistungsanforderungen

Jörg Sunderkötter

Nicht nur die zahlreichen Presets überzeugen beim Arturia Piano V, vor allem auch die Edit-Möglichkeiten der einzelnen Piano-Modelle bieten hohe Flexibilität.


Piano V :   249,00 €

ZUM ANGEBOT

Piano V :   249,00 €

ZUM ANGEBOT
ANZEIGE

Arturia · Piano-VST · Software-Instrument

Tests

ANZEIGE

Verwandte Artikel

22.05.2024 · Lernen Fingerübungen am Klavier: 5 Tipps für Anfänger*innen

Aller Anfang ist schwer - so heißt es immer wieder. Da ist schon etwas dran, aber wie schwierig es tatsächlich ist, hängt vor allem davon ab, wie du selber Klavier übst. Grundsätzlich gut ist es, ...

13.05.2024 · Lernen Klaviertastatur einfach erklärt

Wie funktioniert die Klaviertastatur? Viele Anfänger*innen glauben, dass dieses Rätsel zuerst gelöst sein will, bevor man mit dem Spielen beginnen kann. Alles Quatsch! Setz dich ans Klavier und leg erst einmal los! Ganz intuitiv. Oder ...

15.03.2024 · Lernen Musiktheorie: Noten lesen lernen am Klavier

Noten lesen lernen ist überhaupt nicht schwer. Falls du damit noch Probleme hast, wird dir unser kleiner Workshop dabei helfen, dieses leidige Thema ein für alle Mal loszuwerden. Denn wer die einfache Theorie dahinter versteht, ...

22.12.2023 · Lernen Nina Chuba: Glatteis - Klavier-Akkorde lernen

Für den Song Glatteis Klavier-Akkorde zu liefern, ist gar nicht mal so einfach - auch wenn die Harmonien für Nina Chubas Hit selber nicht kompliziert sind. Aber der von Flo August komponierte Song ist sehr ...

02.11.2023 · Lernen Septakkorde am Klavier spielen: 4-stimmige Akkorde (2)

Weiter geht’s - 4-stimmige Akkorde beschäftigen uns auch in dieser Workshop-Folge. Dabei blicken wir diesmal auf verminderte Septakkorde am Klavier und klären die Frage, ob es auch einen übermäßigen Septakkord gibt. Außerdem begegnen wir noch ...

16.10.2023 · Lernen Am Klavier Akkorde spielen: Vierstimmige Akkorde

Richtig gelesen: Es gibt auch Akkorde mit mehr als drei Tönen. Im vierten Teil unserer Klavierakkord-Reihe schauen wir uns an, wie man vierstimmig am Klavier Akkorde spielen kann. Die sind natürlich noch einmal etwas komplexer, ...

15.09.2023 · Lernen Thomann Azubitag: Beginne eine Berufsausbildung im Musikhaus!

Nach dem Schulabschluss eine Ausbildung im Musikhaus machen? Keine schlechte Idee, wenn du dich für Musikinstrumente interessierst oder ohnehin schon Musik machst. Bei Europas größtem Musikhaus gibt's Ausbildungsmöglichkeiten in den verschiedensten Berufsbereichen. Melde dich an ...

15.09.2023 · Lernen Slash-Akkorde am Klavier spielen - Workshop Klavierakkorde (3)

Um das Akkordspiel und das freie Klavierspiel möglichst interessant zu gestalten, brauchen wir so viele Techniken wie möglich. Besonders bei Song-Begleitungen sind Slash-Akkorde am Klavier ein beliebtes Stilmittel. Für die in den ersten beiden Workshop-Folgen ...

06.09.2023 · Lernen Am Klavier Akkorde lernen (2): Klavierakkorde und Umkehrungen

Klavierakkorde und Umkehrungen kann man kaum voneinander trennen, denn z.B. wirst du bei einer Song-Begleitung Akkorde niemals nur in ihrer Grundstellung spielen - so wie du es im ersten Teil der Workshop-Reihe kennengelernt hast. Damit ...

21.08.2023 · Lernen Thomann Back 2 School 2023: Musikalisch (neu) durchstarten!

Vielleicht hat dich in den Ferien ja ein Festivalbesuch inspiriert, selber Musik zu machen. Genial Idee und perfektes Timing: Denn zum Schulstart 2023 macht das Treppendorfer Musikhaus auf seine „Thomann Back 2 School“-Aktion aufmerksam. Wenn du ...

12.08.2023 · Lernen Technik erklärt: Was ist eine DAW?

Musik machen mit dem Computer - das zentrale Element dabei ist die Digital Audio Workstation oder kurz: DAW. Solche Musik-Programme gibt es für alle gängigen Betriebssysteme und bieten alles, was man für die moderne Musikproduktion ...

18.07.2023 · Lernen Am Klavier Akkorde lernen: Das ist super easy!

Klavierakkorde sind gerade für Einsteiger nicht ganz leicht zu verstehen. Und es braucht etwas Übung, bis man eine Akkordbegleitung sicher und frei spielen kann, um z.B. eine Liedbegleitung zu spielen. Viele aber glauben, man müsse ...