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Test: UJAM Virtual Pianist Vogue – Piano-VST mit Arranger

  • Virtual Pianist Vogue ist ein Klavier-Plug-in (VST, AU & AAX) mit Schwerpunkt in der digitalen Musikproduktion.
  • Die Virtual Pianist Engine ermöglicht es, mit wenig Aufwand vielseitige Klavierarrangements zu komponieren.
  • Die über 130 Presets beinhalten sowohl klassische Piano-Sounds als auch abstrakte, inspirierende Klangkulissen.

Pro und Contra

  • Gute Piano-Sound-Library
  • Kreative Player-Funktionen
  • Stilsichere Piano-Arrangements per Mausklick
  • Keine Saitenresonanz-Simulation
UJAM Virtual Pianist Vogue
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Klavier spielen ist großartig. Aber es ist auch eine angenehme Abwechslung, sich einfach mal zurückzulehnen, um dem virtuellen Pianisten die Arbeit zu überlassen. Bekommt man dabei Lust, selber zu spielen, kann man das mit UJAM Virtual Pianist Vogue natürlich auch.

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UJAM Virtual Pianist Vogue zeichnet sich durch viele Presets und  Effekte aus, und es gibt sogar verschiedene Klavierstile, was schon mal viel Flexibilität für dieses Piano-VST verspricht. 

Das Herzstück des Ganzen ist dann aber die „Virtual Pianist Engine“, welche mit 30 ausgeklügelten Styles für eine Vielzahl an Rhythmen, Arpeggios und Begleitungen sorgt. Damit zählt UJAM Virtual Pianist Vogue zu den Songwriting-Tools für die digitale Musikproduktion, ein ähnliches Konzept also wie Toontrack EZkeys. 

Vogue spielen und spielen lassen

Dennoch ist die Grundlage ein umfangreich gesampelter – berühmter deutscher – Konzertflügel. Und den kann man letztendlich auch als Software-Piano spielen. Mit 3,3GB Sample-Material ist die Library auch relativ überschaubar, was UJAM Virtual Pianist Vogue auch interessant macht für den unkomplizierten Live-Einsatz oder eben als Software-Piano fürs Homestudio – das schauen wir uns an. 

Eine kleine Hürde: Da eine Standalone-Version nicht vorliegt, braucht man eine DAW oder ein VST-Host-Programm, um das Ganze zum Laufen zu bekommen. Zum Glück gibt es ja kostenlose Free DAWs – hier eine Übersicht.

Wer nicht selber spielen und Vogue für Songwriting und Komposition nutzen möchte, darf sich über einfachste Handhabung freuen. Die professionell produzierten Patterns und Riffs lassen sich ganz einfach per Drag&Drop arrangieren.

Fünf Klaviere in einem Plug-in

Die fünf verschiedenen Klaviervarianten decken verschiedene Geschmacksrichtungen ab. Während das „Emotion“-Setting mit einem warmen und weichen Sound verzaubert, bekommt man mit „Ballad“ einen insgesamt klaren Klang, der dank seiner kräftigen Mitten und dem engen Stereobild eine Spur direkter wirkt.

„Concert“ hingegen ist nicht nur etwas offener und ausgewogener, sondern hat auch den vermutlich größten Hallraum unter den fünf Varianten. Passend zum Namen präsentiert sich „Power“ mit einem energiegeladenen und kompakten Sound, welcher sich mit kräftigem Saitenanschlag in jeder Situation durchsetzt. In eine ähnliche Richtung geht auch „Plastic“. Hier bekommt man allerdings einen kälteren und künstlichen Klang geboten, der eher auf moderne Genres wie Electro und EDM ausgelegt ist.

Ein Großteil der Presets entfernt sich vom herkömmlichen Piano Klang und überzeugt mit kreativen Effekten oder Hallräumen.
Ein Großteil der Presets entfernt sich vom herkömmlichen Piano Klang und überzeugt mit kreativen Effekten oder Hallräumen.

Die fünf Varianten ergänzen sich wunderbar mit dem Virtual Pianist, und glänzen besonders, wenn man mit den exzellent ausgearbeiteten Presets arbeitet. Schwächen fallen aber auf, wenn man selber spielen möchte.

Das Spielgefühl leidet an zu kräftigen Samples bei niedrigen Velocitystufen. Hier wären feinere Abstufung der Samples oder vielleicht eine anpassbare Velocity-Kurve hilfreich. Gerade wenn man piano oder pianissimo spielt, werden die sanften Tastenanschläge zwar in einer einigermaßen angemessenen Lautstärke wiedergegeben, aber hören sich vom Saitenanschlag und der Dynamik zu kräftig an.

Dafür wird neben dem Haltepedal auch das Sostenuto-Pedal unterstützt, Sympathetic Resonance gibt es allerdings keine. Das bedeutet keineswegs, Vogue wäre nicht zum Spielen geeignet. Aber wer das pure Klangvergnügen in vielen Klangdetails sucht, wird andere Piano-VSTs vorziehen.

Das perfekte Piano für…

Vogue ist ein Tipp für alle, die in Sekundenschnelle eine Untermalung für einen Film oder eine fetzige Begleitung für einen Dance- oder Hip-Hop-Song brauchen. Hier können vor allem auch die etwas ausgefallenen Patterns zünden: Fantasievollen Klangteppiche und Synthesizer-ähnliche Rhythmen sind dank der abwechslungsreichen Effekten und Presets nur wenige Mausklicks entfernt. Diese Sounds haben das Zeug, einem Song das gewisse Etwas zu geben. Sehr inspirierend, wie man hier im Klangbeispiel hören kann.

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Selbst ohne Kenntnisse in Musiktheorie kann man in kürzester Zeit komplette Arrangements aus dem Hut zaubern. Das meiste Potenzial sehe ich dabei für Film-, Werbe- und Hintergrundmusik, doch auch EDM-Produzent*innen oder jene die es werden wollen, sollten das UJAM Virtual Pianist Vogue nicht unterschätzen.

Simpel, aber effektiv

Auch wenn das Vogue mit stolzen 60 Effekten ausgestattet ist, hat man sich für eine eher übersichtliche und minimalistische Implementierung entschieden. Es gibt insgesamt zwei Effekt-Slots, einen Finisher- und einen Ambience-Effekt. 

Die 30 Finisher-Effekte sind dabei eher von klangformender Natur. Das kann von einem Kompressor über einen Chorus bis hin zu einem Granularsynthese-Sound eigentlich alles sein. Unter den 30 Ambience-Effekten findet man hingegen Hall- und Delay-Effekte.

Mit dem Dark & Light Fader kann man dem Klavier zu mehr Brillanz verhelfen, oder hohe Frequenzen im Zaum halten.
Mit dem Dark & Light Fader kann man dem Klavier zu mehr Brillanz verhelfen, oder hohe Frequenzen im Zaum halten.

Beide Effekte haben aber immer nur einen einzigen Knopf, welcher bestimmt, wie viel des jeweiligen Sounds man dem Klavier hinzumischt. Insgesamt sorgen die sehr abwechslungsreichen Effekte für Klangvielfalt, doch ein paar mehr Drehregler hätten definitiv nicht geschadet.

Spielt sich wie von selbst

Ich bin persönlich immer erst mal etwas skeptisch, wenn einem automatische Musik auf Knopfdruck versprochen wird, doch UJAM Virtual Pianist Vogue lässt einem durch clevere Funktionen auch Freiraum beim Komponieren. 

Es stehen insgesamt 30 Pianist Styles zur Auswahl, die man jeweils als eine Art universelle Idee betrachten kann, die man nach eigenen Vorstellungen weiterentwickeln kann. So lässt sich per Regler die Komplexität des Gespielten jederzeit beeinflussen, damit eine Piano-Begleitung eben nicht statisch ihren Part daher klimpert. Außerdem bringen Regler für Velocity und „Busyness“ Abwechslung und Feinheiten ins Spiel.

Dem Virtual Pianist zu sagen, welche Akkorde er spielen soll, ist auch kinderleicht. Man entscheidet sich am besten für eine Tonart und drückt anschließend einfach die entsprechenden Noten – fertig!

Zwischen den Akkorden lässt sich jederzeit frei wechseln, und was mich wirklich positiv überrascht hat: Man kann sogar problemlos das Tempo und die Tonart automatisieren, ohne dass der Virtual Pianist ins Stocken gerät.

Da die sechs verschiedenen Intensity-Phrasen immer nur ein paar Takte lang sind, ist es möglich, mit drei eingebauten Fills für ein bisschen Abwechselung zu sorgen. Wer dann noch mehr ins Geschehen eingreifen möchte, kann mit den „Low Chord“- und „High Chord“-Tasten einen extra Akkord einbauen. 

Mit dem gelben und violetten Bereichen über der Tastatur lässt sich grob einstellen wie viel Freiraum sich der Virtual Pianist auf der Klaviatur nimmt.
Mit dem gelben und violetten Bereichen über der Tastatur lässt sich grob einstellen wie viel Freiraum sich der Virtual Pianist auf der Klaviatur nimmt.

Für Perfektionisten gibt es dann noch „MIDI Drag & Drop“. Damit lassen sich die gerade noch vom Virtual Pianist gespielten Phrasen als MIDI-Noten direkt und ohne Umwege in die DAW-Spuren importieren. 

Fazit: Songwriting-Tool für Kreative

UJAM Virtual Pianist Vogue ist eine innovative Klavier-Library, die mit ausgezeichneten Presets und der vielseitigen Virtual Pianist Engine punktet. Die fünf Klavierstile und abwechslungsreichen Effekte lassen sich zu zahlreichen Klängen zusammenfügen, doch was Einstellmöglichkeiten angeht, ist definitiv noch Luft nach oben.

Während Producer und Klavier-Hobbyist*innen dank des Virtual Pianist professionelle Klavierbegleitungen aus dem Ärmel schütteln können, werden Klavierliebhaber*innen in puncto Klangrealismus und Spielgefühl wohl etwas enttäuscht sein. Wer wiederum auf der Suche nach einem vielseitigen Klavier-Plug-in für die digitale Musikproduktion ist, darf hier gerne zugreifen.

UJAM Virtual Pianist Vogue – Überblick

Plattform: Plugin (VST 2, AU 2, und AAX) für Windows 10 (oder höher) und MacOS X 10.14 (oder höher)
Leistungsanforderung: Prozessor: niedrig, Arbeitsspeicher: mind. 8GB
Festplattenspeicher: mind. 3,3GB
Hersteller/Vertrieb: UJAM

Pro und Contra

  • Gute Piano-Sound-Library
  • Kreative Player-Funktionen
  • Stilsichere Piano-Arrangements per Mausklick
  • Keine Saitenresonanz-Simulation
Janis Theurer - Autor bei PIANOO

Janis Theurer

UJAM Virtual Pianist Vogue ist eine innovative Klavier-Library, die mit ausgezeichneten Presets und der vielseitigen Virtual Pianist Engine punktet.

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Piano-VST · Software-Instrument · Songwriting · UJAM

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